Vom Frankfurter Weihnachtsbaum ist am Mittwoch nicht mehr viel übrig geblieben.

Zu schade für den Kachelofen: Nach diesem Motto wird der Frankfurter Weihnachtsbaum in diesem Jahr zu Geld gemacht. Vor allem Apfelwein-Kneipen sollen aus dem Recycling der 30-Meter-Fichte profitieren.

Die Weihnachtszeit ist nun auch in Frankfurt offiziell beendet: Auf dem Römerberg wurde am Mittwoch der Weihnachtsbaum abgebaut. Die 30 Meter hohe Fichte hatte dort rund zwei Monate gestanden und gestrahlt, ehe nun die Feuerwehr mit einem Kran an- und ihr zu Leibe rückte.

Die Einsatzkräfte bauten den Stamm ab, nachdem am Vortag bereits das Gewand entfernt worden war.

Der Baum wurde noch auf dem Römerberg in zwei Teile gesägt. Während der obere Teil aufgrund der durch Deko und Lichter verursachten Schäden und Drähte nur noch zu Feuerholz verarbeitet werden kann, hat man mit den unteren 15 Metern in der Heimat des Baums noch große Pläne.

"Zu schade für den Kachelofen"

Im Spessart, wo die Fichte rund 80 Jahre unberührt stand, wird der untere Teil des Baums zu verschiedenen Gegenständen verarbeitet. Dazu zählen Ladestationen für Handys, Speisekarten aus Holz und Träger für Apfelweingläser, wie ein Sprecher der Gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung in Gründau (Main-Kinzig) erklärte.

Die Gesellschaft übernimmt die Arbeiten und will die fertigen Gegenstände dann gemeinsam mit der Spessart-Touristik vermarkten. Schließlich sei der Baum "zu schade, um im Kachelofen zu landen".

Neuer Weihnachtsbaum steht bereits fest

In Frankfurt beginnt inzwischen das lange Warten auf einen Nachfolger für das Prachtstück. Kurt Stroscher, Herr der Weihnachtsbäume bei der Touristikgesellschaft der Stadt, ist einer der wenigen, die den neuen Baum bereits kennen. Verraten will er aber noch nichts, wie er sagt: "Aus dramaturgischen Gründen."