Die neue, auch in Hessen bereits nachgewiesene Corona-Variante Omikron sorgt für Alarmstimmung am Frankfurter Flughafen. Gesundheitsamtsleiter Tinnemann fordert strengere Einreiseregeln. Reiserückkehrer geben sich indes entspannt.

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Verstärkte Corona-Kontrollen am Flughafen

hsk
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Am Institut für medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt werden derzeit mehrere Verdachtsfälle einer Infektion mit der Coronavirus-Variante Omikron untersucht. Nach Angaben der Leiterin des Instituts, Sandra Ciesek, gibt es "vier weitere hochgradige Verdachtsfälle". Es handle sich um "Reiserückkehrer mit entsprechenden Auffälligkeiten in der Mutations-PCR".

Bislang war die neue Omikron-Variante des Coronavirus einmal in Hessen nachgewiesen worden - bei einer Person aus dem Rhein-Main-Gebiet, die als Reiserückkehrer aus Südafrika in Frankfurt gelandet war.

Tinnemann: "Sicherstellen, dass die Leute wirklich negativ sind"

Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, Peter Tinnemann, sagte dem hr am Montag, es sei wichtig, dass die Menschen, bevor sie aus dem südlichen Afrika losreisen, getestet würden. "Damit sie negativ sind, wenn sie ins Flugzeug steigen", sagte Tinnemann. "Da muss ganz klar entschieden werden, dass das die Fluggesellschaften sicherstellen müssen", forderte er.

Die Landesbehörden arbeiteten gerade daran, "auch im Gespräch mit uns, zu überlegen, was noch anders gemacht werden müsste", sagte Tinnemann weiter. "Wir würden uns wünschen, dass ein PCR-Test, der nicht älter als 24 Stunden ist, vor Abflug vorgelegt werden muss." Das sei eine Maßnahme, "die wir noch nachschärfen können, um sicherzustellen, dass die Leute, die hier ankommen, auch wirklich negativ sind".

14 Tage Quarantäne

Auch am Montagmorgen kam wieder eine Maschine aus Kapstadt am Frankfurter Flughafen an. "Wir mussten alle einen Test machen, schon in Südafrika", berichtete Passagier Michael Contzen. Er habe einen PCR-Test machen müssen, "sonst kommt man ja nicht ins Flugzeug". Er sei bereits geboostert und müsse nun 14 Tage in Quarantäne.

Von der Lufthansa sei ihnen vor Ort mitgeteilt worden, dass ein PCR-Test notwendig sei, sagte Passagier Jürgen Horbach bei der Rückkehr. "Da kam ein bisschen Stress auf. Die Teststellen waren schon sehr gefordert."

Seine Frau Sabine Horbach ergänzte: "In Südafrika laufen alle mit Masken herum, es wird überall desinfiziert." Es habe alles funktioniert, auch die Online-Registrierung zur Einreise bei der Bundesregierung. "Nach der Ankunft kam eine SMS, dass wir die Quarantäneregeln beachten sollen."

Temperaturmessung vor Restaurantbesuch in Südafrika

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Tinnemann für strengere Einreiseregeln

Ein Passagier läuft mit seinem Gepäck am Flughafen Frankfurt.
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Auch Rückkehrer Peter Moratin berichtete von strengen Kontrollen und Vorsichtsmaßnahmen. In Südafrika würden in den Restaurants und Supermärkten die Temperatur vor Einlass gemessen. "Man hat das Gefühl, dass sie durchaus sehr vorsichtig sind", sagte Moratin.

"Die Menschen in Südafrika tun sehr viel dafür, dass sich das Virus nicht ausbreitet", sagte Passagier Wolfgang Baldes: "Wir waren in den Bergen und am Meer und haben nicht viele Menschen gesehen." Es gebe nun nur ein Ärgernis: die zweiwöchige Quarantäne. "Wir hoffen, dass sich die Virusvariante als harmloser herausstellt", sagte der Passagier. "Das würde die Vorweihnachtszeit und den normalen Arbeitsbeginn deutlich fördern."

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