Polizeibeamte der Spurensicherung sind im August 2016 unterwegs zum Fundort der toten Frau.

Eine Mutter, ihr Sohn und ein weiterer Komplize sollen eine Frau aus Frankfurt in ihrer Wohnung gefangen gehalten, misshandelt und getötet haben. Ihre Leiche wurde in der Nähe eines Ikea-Marktes gefunden. Am Donnerstag begann der Prozess.

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Weil sie vor viereinhalb Jahren eine 55 Jahre alte Frau jahrelang gequält, eingesperrt und 2016 getötet haben sollen, stehen seit Donnerstag eine 50-Jährige aus Frankfurt, ihr 26 Jahre alter Sohn und ein 24 Jahre alter Mitbewohner aus Büttelborn (Groß-Gerau) vor dem Landgericht Darmstadt. Mutter und Sohn sind wegen Mordes angeklagt, der Mitbewohner wegen Totschlags.

Der 24-Jährige bestätigte über seinen Anwalt die Anklage. Demnach hatten Mutter und Sohn das fünf Jahre bei ihnen in Frankfurt lebende Opfer töten wollen. Der Sohn soll angefangen haben, die Frau mit einer Plastiktüte zu ersticken. Auf Weisung der Mutter soll der 24-Jährige die Tat vollendet haben.

Die Angeklagte schwieg. Ihr Sohn verwies auf seine Aussage bei der Polizei. Im Gericht wollte er nicht aussagen, weil er sich von seiner Mutter beobachtet fühle.

Leiche in Gebüsch gefunden

Die Leiche der 56-Jährigen war im August 2016 in einem Gebüsch in der Nähe des Ikea-Marktes in Frankfurt Nieder-Eschbach gefunden worden. Der 32 Jahre alte Sohn der Getöteten sagte aus, dass seine arbeitslose Mutter nach der Trennung von seinem Vater die 50-Jährige kennengelernt habe.

"Die Angeklagte hat viele merkwürdige esoterische Sachen mit ihr gemacht", sagte der 32-Jährige. Unter anderem habe die Angeklagte Tarotkarten gelegt und behauptet, seine Mutter müsse Alkohol gegen einen angeblichen Gehirntumor trinken.

Weitere Menschen misshandelt

Erst im vergangenen Jahr konnte die Leiche identifiziert werden, wodurch die Ermittlungen erneut ins Rollen kamen. Die Polizei nahm die drei Verdächtigen daraufhin im vergangenen Juni fest. Im Laufe der Ermittlungen wurden noch weitere Personen bekannt, die ebenfalls von der Angeklagten misshandelt worden sein sollen. Diese Fälle werden in dem Prozess mitverhandelt.

Der Prozess findet in Darmstadt statt, weil der jüngste Angeklagte zum Tatzeitpunkt Heranwachsender war und in Büttelborn wohnte, das zum Landgerichtsbezirk Darmstadt gehört. Es sind vorerst elf Verhandlungstage bis zum 15. Juli angesetzt.