Der Angeklagte (rechts) wird zu Beginn des Mordprozesses in den Gerichtssaal geführt.

Für den Mord an seine Ehefrau muss ein 38-jähriger Frankfurter lebenslang in Haft. Nach Überzeugung des Gerichts tötete er die Frau und warf die Leiche in den Müll. Die Tat stehe sittlich und moralisch auf niedrigster Stufe, heißt es im Urteil.

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hessenschau von 16:45 Uhr vom 16.04.2021
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Lebenslange Haft für Mord aus Habgier, so lautete das Urteil der Schwurgerichtskammer am Landgericht Frankfurt im Prozess gegen einen 38-Jährigen, der seine Ehefrau im Oktober 2019 tötete und die Leiche in den Müll warf.

Richter: Sittlich und moralisch auf unterster Stufe

Er habe die Frau getötet, um in den Besitz ihrer Eigentumswohnung in Frankfurt-Nied zu gelangen, führte der Vorsitzende Richter in seinem Urteil aus. Die Tat stehe sittlich und moralisch auf niedrigster Stufe: "Der Angeklagte ist ein Mensch, der die Ermordung seiner Frau geplant und durchgeführt und anschließend ihre Leiche auf den Müll geworfen hat", sagte der Richter.

Der Mann hatte nach Angaben des Gerichts eine Affäre mit einer anderen Frau. Diese wurde von ihm schwanger. Seiner neuen Freundin habe er den baldigen Einzug in die Wohnung versprochen und damit ein "Lügengebäude präsentiert, mit dem er sich selbst unter Zugzwang setzte." Unklar blieb im Prozess, wie und wann genau die Frau getötet wurde.

Polizei findet Knochenreste der Toten auf Mülldeponie

In dem Prozess hatte der Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen. Doch zahlreiche Indizien sprachen für die Täterschaft, erklärte der Vorsitzende Richter. Unter anderem war bei einer Durchsuchung das Mobiltelefon der Vermissten in der Wohnung gefunden worden. Im Computer des Angeklagten fanden sich darüber hinaus Anhaltspunkte, wonach er nach diversen Tötungsarten suchte.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Unfassbar empathielos": Lebenslang für Mord an Ehefrau

Polizisten auf der Mülldeponie in Flörsheim
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Der Mann hatte seine Ehefrau im Oktober 2019 als vermisst gemeldet und sich dabei in Widersprüche verwickelt. Die Polizei suchte zunächst erfolglos nach der Frau. Als der Angeklagte an seiner Arbeitsstelle persönlich die Leerung des Müllcontainers veranlasste, brachte das die Ermittler auf die Spur. Auf der Mülldeponie in Flörsheim-Wicker durchsuchte die Polizei schließlich 20.000 Tonnen Schlacke - und fand Knochenreste, die von der vermissten Frau stammten.

Ein zweites Mordmerkmal konnte die Strafkammer nicht feststellen, so dass die besondere Schwere der Schuld nicht festgestellt wurde. Der Mann könnte also nach 15 Jahren in Haft entlassen werden. Auch die Staatsanwaltschaft hatte in diesem Sinne plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 16.04.2021, 16.45 Uhr