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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Nach Knochenfund auf Mülldeponie: Staatsanwaltschaft plädiert auf Mord

Polizisten auf der Mülldeponie in Flörsheim

Eine Frau verschwindet. Ihre Knochen werden auf einer Mülldeponie in Flörsheim gefunden. Angeklagt ist ihr Ehemann, der ihre Leiche im Müll entsorgt haben soll. In ihrem Plädoyer fordert die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe.

Im Prozess um die Tötung einer Frau, deren Leichenreste auf einer Mülldeponie in Flörsheim gefunden wurden, hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt lebenslange Haft für den Ehemann beantragt. Der Staatsanwalt ging in seinem Plädoyer am Donnerstag vor dem Landgericht davon aus, dass der 38-Jährige die Frau ermordet hat.

Auf diese Weise habe er in den Besitz ihrer Eigentumswohnung kommen wollen. Der Angeklagte soll eine Beziehung zu einer anderen Frau geführt haben, die von ihm schwanger gewesen sei.

Neuer Freundin Einzug versprochen

Seiner neuen Freundin habe er den baldigen Einzug in die Wohnung versprochen und damit ein "Lügengebäude präsentiert, mit dem er sich selbst unter Zugzwang setzte", sagte der Staatsanwalt. Tausende Kurznachrichten an seine neue Freundin hätten das bewiesen. Nach wie vor sei allerdings unklar, wie und wann die Frau getötet wurde.

Der Rechtsanwalt der als Nebenkläger vor Gericht vertretenen Verwandten des Opfers beantragte ebenfalls lebenslange Haft. Der Verteidiger des 38-Jährigen stellte keinen konkreten Strafantrag. Er äußerte lediglich Zweifel am Mordmerkmal der Habgier, weil der Angeklagte nur vorübergehend in der Wohnung habe wohnen wollen. Es sei ihm nicht um das Eigentum gegangen.

20.000 Tonnen Schlacke durchsucht

Der Angeklagte hatte das 44 Jahre alte Opfer im Oktober 2019 als vermisst gemeldet. Die Polizei suchte zunächst erfolglos in Wäldern, an Bahngleisen und im Fluss.

Die Information, dass der Angeklagte an seiner Arbeitsstelle persönlich die Leerung des Müllcontainers veranlasst habe, brachte die Ermittler dann auf eine neue Spur. Auf der Mülldeponie in Flörsheim-Wicker durchsuchte die Polizei 20.000 Tonnen Schlacke - und fand Knochenreste, die von der vermissten Frau stammten.

In dem seit Februar laufenden Prozess hatte der Angeklagte zu dem Vorwurf geschwiegen. Bei der Polizei hatte er stets beteuert, nichts mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben. Die Schwurgerichtskammer will das Urteil am Freitag verkünden.

Sendung: hr4, hessenschau für Rhein-Main und Südhessen, 15.04.2021, 16.30 Uhr