Anwalt mit der angeklagten Mutter im Gerichtssaal

Das Landgericht Fulda hat am Donnerstag eine 38-jährige Frau vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger freigesprochen. Angezeigt hatte sie ihr eigener Sohn.

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Es war ein verstörender Vorwurf. Eine 38-Jährige soll ihren eigenen zum Tatzeitpunkt minderjährigen Sohn sexuell missbraucht haben. Doch am Donnerstag endete der Prozess vor dem Fuldaer Landgericht mit Freispruch.

Landgericht sieht Widersprüche

In seiner Urteilsbegründung verwies das Gericht auf erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Anzeigenerstatters und Nebenklägers - dabei handelte es sich um den mittlerweile 19-jährigen ältesten Sohn der Angeklagten. Dieser lebt in einer betreuten Wohnstätte und erhob dort erstmals die Vorwürfe gegen seine Mutter - nachdem Mitarbeiter ihn beim Ansehen von Pornovideos ertappt hatten.

Das Gericht beanstandete unter anderem, dass der Angeklagte sich in seinen Aussagen zum Tatablauf widersprochen und diesen wenig detailliert geschildert habe. Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft, die nach der Beweisaufnahme ebenfalls auf Freispruch beantragt hatte.

Der Anwalt des Sohnes sprach derweil von einem "Freispruch zweiter Klasse", der jedoch nachvollziehbar sei. Sein Mandant sei aufgrund seiner Persönlichkeit nicht in der Lage, eine umfassendere und detailliertere Aussage zu machen.