Sommer in Hessen

Heiße Tage ohne Regen, trockene Wälder: Hessen steuert auf eine ungewöhnliche Hitzewelle zu. Das freut Sonnenanbeter - aber Achtung, die Waldbrandgefahr steigt.

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Seit Donnerstag rollt sie sozusagen offiziell an, die Hitzewelle. Mit örtlich bis zu 33 Grad wird es schon ziemlich warm. Am Freitag erreichen die Werte laut Prognose bis zu 35 Grad, am Samstag bis zu 38 Grad. Erste Gewitter werden nicht vor Mitte kommender Woche erwartet. "Nach dem Allzeit-Hitzerekord im vergangenen Jahr mit über 40 Grad sind die Temperaturen zwar noch nicht außergewöhnlich für die Jahreszeit", sagt hr-Meteorologe Tim Staeger, "aber wenn die Hitzewelle tatsächlich länger andauert, ist das schon bemerkenswert" .

Tropische Nächte, die keine Freude bringen

Fernreisen stehen derzeit wegen der Corona-Pandemie ja eher nicht auf dem Programm, aber tropische Nächte kann man trotzdem haben: In der Innenstadt von Frankfurt etwa könnten von der Nacht auf Samstag bis zur Nacht auf den folgenden Freitag in sieben Nächten in Folge die Temperaturen bei 20 Grad oder mehr liegen - was offiziell die Definition für eine Tropennacht ist.

Das klingt zwar nach Urlaubsfeeling zu Hause, tatsächlich bringt die Hitze ohne Abkühlung aber Probleme mit sich. Die Wohnungen heizen sich auf, viele Menschen finden keinen Schlaf, allgemeine Erschöpfung droht sich breit zu machen. "Wenn sich das über Tage hinzieht, kann das schon sehr belastend sein", sagt der hr-Wetterexperte.

Waldbrandgefahr steigt weiter

Auch die Natur hat massive Probleme durch die anhaltende Hitze und vor allem wegen des Regens, der einfach nicht fallen will: Mit der Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr. Bei Wiesbaden brannte in der Nacht ein Feld, bei Babenhausen kämpfte die Feuerwehr gegen Flammen im Wald. Die Brandursache steht jeweils noch nicht fest, aber klar ist, dass die anhaltende Trockenheit es dem Feuer sehr leicht machte.

Feuerwehreinsatz in Wiesbaden

Das Umweltministerium rief am Donnerstag die zweithöchste Alarmstufe für die Forstverwaltung aus. Bei der ausgerufenen Stufe A handelt es sich um die erste von zwei Alarmstufen. Waldbesucher wurden zur erhöhten Vorsicht aufgerufen. Das Rauchen im Wald sei verboten. Außerhalb der ausgewiesenen Grillplätze dürfe kein Feuer entfacht werden.

Auf den Plätzen solle Funkenflug vermieden und das Grillfeuer ordentlich gelöscht werden. Eine Brandgefahr gehe zudem von liegen gelassenen Flaschen und Glasscherben aus. Zudem mahnte das Ministerium, Zufahrtswege nicht durch Fahrzeuge zu blockieren und Autos nicht auf trockenem Bodenbewuchs abzustellen.

Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) enthält fünf Stufen. Hier galt am Donnerstag im Großteil des Landes bereits Stufe 4. Im Süden Hessens soll am Wochenende sogar die höchste Gefahrenstufe erreicht werden.

DLRG warnt vor Gefahr beim Baden in Flüssen

Wer bei diesem Temperaturen Abkühlung sucht, sollte dies nicht in Flüssen tun, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) nochmals eindringlich warnte. "Der Rhein und der Main sind Bundeswasserstraßen, das ist wie eine Autobahn", sagte der Präsident des hessischen DLRG-Landesverbands, Michael Hohmann. Und auf einer Autobahn gehe ja auch niemand spazieren oder lasse seine Kinder daneben spielen.

Die DLRG beobachtet diesen Sommer mehr Menschen an unbewachten Badestellen, als in den vergangenen Jahren. Das liege an geschlossenen Schwimmbädern und mehr Menschen, die coronabedingt zuhause Urlaub machten und Abkühlung vor der Haustür suchten.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 06.08.2020, 19.30 Uhr