Impfung

Bisher geht es bei den Impfungen gegen Corona nur schleppend voran. Das soll sich ab Samstag für Zehntausende Menschen in Hessen ändern, die schon einen Termin haben. Sie können früher an die Reihe kommen.

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Schleppend läuft es überall. Und Hessen steht laut der aktuellen Impfbilanz des Robert-Koch-Instituts im Quoten-Vergleich der Bundesländer bei den verabreichten Zweitimpfungen ganz hinten. Bald soll es für viele Menschen aber schneller gehen als zunächst geplant.

"Mehr Impfdosen bedeuten frühere Termine", war am Donnerstag eine Mitteilung von Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) und Innenminister Peter Beuth (CDU) überschrieben. Die Zusagen der Impfstoffhersteller und des Bundes gegenüber den Ländern ermöglichten nun eine schnellere Impfung, hieß es.

Per Hotline oder online

Profitieren können erst einmal diejenigen, die bereits einen Termin für die Erstimpfung haben, der nach dem 22. März liegt. Es sind vor allem Menschen im Alter über 80 Jahren. Das Land geht von 75.000 Betroffenen aus. Sie können vom kommendem Samstag, 20. Februar, an auf einen früheren Termin umbuchen: über die telefonische Hotline oder das Onlineportal.

Weitere Informationen

Informationen des Landes

Das Land Hessen informiert auf dieser Internetseite über die Anmeldung zur Impfung.

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Die Buchung hatte gerade zu Beginn bei langen Wartezeiten viele Bürger frustriert. Das Anmeldesystem war angesichts des Andrangs völlig überlastet. Das besserte sich später, Beuth berichtete im Landtag nach Beginn der zweiten Anmeldephase von einem reibungslosen Verlauf.

Für die nun mögliche Umbuchung benötigten die Berechtigten die persönlichen Angaben, die sie per E-Mail oder per Brief nach der ersten Buchung bereits erhalten haben. Wer es nicht eilig hat: "Es besteht keine Pflicht, sich einen neuen, früheren Termin geben zu lassen", betonen die Minister.

60.000 Dosen mehr von Biontech

Alleine der Mainzer Hersteller Biontech habe zugesagt, dass ab Mitte Februar bis Ende März rund 60.000 Dosen mehr für Erstimpfungen in den 28 hessischen Impfzentren zur Verfügung stehen als noch Ende Januar geplant. Zudem habe der Bund aufgrund der gesteigerten Liefermengen seine Empfehlung für das Zurückhalten der Dosen für die notwendige Zweitimpfung im Falle Biontechs abgesenkt: Statt 50 Prozent soll die Reserve nur noch 20 bis 25 Prozent der Liefermenge betragen.

Nun könne mehr direkt für Erstimpfungen verwendet werden, sagte Innenminister Beuth. Durch "intensive Gespräche" sei mehr Verbindlichkeit der Hersteller bei Liefermengen und Lieferterminen hergestellt worden, sagte Klose zur Begründung.

Prognose fiel geringer aus

Bisher haben laut Landesregierung in Hessen 207.000 Menschen ihre Erstimpfung erhalten. 96.000 bekamen auch die zweite Spritze, die erst den optimalen Schutz bietet. An der Reihe sind derzeit die Angehörigen der ersten Priorisierungsgruppe: Menschen im Alter über 80, Pflegeheimbewohner und Personal in Kliniken und Heimen.

Die Anzahl der vergebenen Termine pro Woche und Impfzentrum basierte laut Beuth und Klose bisher auf einer Prognose des Bundes für Hessen: 60.000 Impfdosen pro Woche, von denen die Hälfte für die notwendige Zweitimpfung zurückgelegt worden sei. Unterm Strich standen folglich 30.000 Dosen pro Woche für die 28 Impfzentren im Bundesland zur Verfügung.

Pro Zentrum konnten so im Schnitt lediglich 140 Impfungen täglich verabreicht werden - gerade einmal etwa ein Zehntel von dem, was die Kapazität laut offiziellen Angaben hergibt.

Weitere Informationen

Drei Impfstoffe: Was kam, was kommt?

Mit drei Stoffen können Menschen zurzeit geimpft werden: dem von Biontech/Pfizer, von Moderna und seit eineinhalb Wochen von Astrazeneca.

  • Vor allem Biontech, das inzwischen auch in Marburg produziert, hat nach Hessen geliefert: seit dem 26. Dezember laut Landesregierung fast 432.000 Impfdosen. Mehr als eine halbe Million erwartet das Land nun bis Ende März.
  • Von Moderna waren es bisher 26.000 Dosen, die jüngste Lieferung traf am Sonntag ein. 5.000  Menschen erhielten die erste Spritze.
  • Astrazeneca war mit fast 58.000 Dosen dabei, am Freitag sollen fast 77.000 zusätzliche Dosen eintreffen. Die Impfzentren werden diesen Impfstoff gemäß der Corona-Impfverordnung ausschließlich an Menschen im Alter unter 65 Jahren verabreichen. Zunächst ist medizinisches Personal in den Krankenhäusern der COVID-19-Versorgung an der Reihe, gefolgt von Rettungsdiensten mobilen Pflegediensten.
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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 18.2.2021, 19.30 Uhr