Von Fuchsräude befallener Fuchs
Ein räudiger Fuchs hat kaum Überlebenschancen. Bild © Christof Janko/dpa

Jäger beobachten in den Wäldern rund um Darmstadt derzeit viele Fälle von Fuchsräude. Für Füchse ist die aggressive Hautkrankheit meist tödlich. Auch freilaufende Hunde und Katzen können sich anstecken.

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Peter Lerche hängt in seinem Jagdrevier in Pfungstadt (Darmstadt-Dieburg) derzeit Warnzettel auf. Darauf mahnt er Hundebesitzer, ihre Vierbeiner an der Leine zu führen. "Hier gibt es momentan sehr viele Fälle von Fuchsräude, und die ist auch für Hunde oder Katzen hoch ansteckend", weiß er. Eine Berührung mit einem lebendigen oder toten Tier genügt. Der Tierarzt könne infizierten Haustieren zwar helfen. "Aber die Prozedur ist sehr mühselig."

Qualvoller Tod

Für die Wildtiere, die von der Milbenkrankheit befallen sind, gibt es dagegen in der Regel keine Hilfe. Meist trifft es Füchse, aber auch Nager. Auch der ein oder andere Luchs, der einen infizierten Fuchs gerissen hat, hat die aggressive Hautkrankheit schon bekommen. "Die Tiere sterben meist qualvoll daran", berichtet Jäger Lerche. "Der Juckreiz ist so stark, dass die Füchse sich selbst beißen und riesige Wunden zufügen."

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Fuchsräude

Fuchsräude ist eine parasitäre Hauterkrankung, die durch Milbe Sarcoptes scabiei hervorgerufen wird. Bei befallenen Füchsen führt sie in der Regel zum Tod. Haustiere, die sich damit infizieren, können behandelt werden. Bei Menschen können die Räudemilben die sogenannte "Pseudokrätze" auslösen, auch diese ist behandelbar.

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Fuchsräude gibt es latent immer irgendwo in hessischen Wäldern, sagt Hessen Forst-Sprecher André Schulenberg. "Salopp gesagt ist das so wie mit Schnupfen oder Kopfläusen bei den Menschen." Vor allem dort, wo die Fuchs-Population besonders hoch ist wie derzeit beispielsweise im Raum Darmstadt, verbreitet sich die Krankheit schnell. "Besonders jetzt in der Paarungszeit der Füchse", erklärt Schulenberg. Die begann im Dezember und dauert noch bis Ende März. Wenn der Fuchsbestand irgendwann wieder dezimiert ist, geht die Krankheit dann meist automatisch wieder zurück. Denn eigentlich sind Füchse Einzelgänger.

"Fast alle waren infiziert"

Rund um Darmstadt ist eine Ende der Infektionswelle noch nicht in Sicht, wie auch das Darmstädter Echo am Montag berichtete. Von zehn erlegten Füchsen hätten in den vergangenen Wochen acht die Räude gehabt, zitiert die Zeitung Roderich Götzfried vom Jagdrevier Arheilgen. Das entspricht auch den Erfahrungswerten von Jäger Peter Lerche. Etwa 20 Füchse seien im vergangenen Jahr in seinem Revier geschossen worden. "Fast alle waren infiziert", sagt er.

Lerche plädiert angesichts der Fuchsräude dafür, die Schonzeit für die Tiere aufzuheben. Die beginnt in Hessen Anfang März und endet Mitte August. Sichtbar erkrankte Tiere dürfen allerdings auch während der Schonzeit erlegt werden.

Lerche appelliert an Spaziergänger, tote Füchse umgehend dem zuständigen Forstamt zu melden. Und Hundebesitzern rät er, ihre Vierbeiner anzuleinen und bei Auffälligkeiten umgehend zum Tierarzt zu bringen.