Der "Yok Yok City-Kiosk" im Frankfurter Bahnhofsviertel.

Nur der "Yok Yok City-Kiosk" in Frankfurt darf so heißen, hat das Oberlandesgericht Frankfurt entschieden. Der Klage vorausgegangen war ein Streit zwischen zwei Kioskbesitzern um nicht weniger als einen Kult-Status.

Videobeitrag

Video

Yok Yok City-Kiosk bleibt einzigartig

hs_181221
Ende des Videobeitrags

Der "Yok Yok City-Kiosk" ist ein bekannter Hotspot und eine echte Institution im Frankfurter Bahnhofsviertel. Seit über 16 Jahren bietet der Besitzer Nazim Alemdar Getränke aus aller Welt, ein offenes Ohr und ein Zuhause für seine Kunden.

In seiner kleinen Trinkhalle auf der Münchener Straße kommt ganz Frankfurt zusammen, egal ob vor der Party oder für den Absacker danach. Banker, Studenten, Stammgäste aus der Nachbarschaft oder Touristen aus der ganzen Welt - hier bekommt jeder sein Lieblingsgetränk. Das Konzept ist so erfolgreich, dass Nazim Alemdar in der Fahrgasse einen zweiten "Yok Yok" Kiosk eröffnet hat.

Oberlandesgericht bestätigt: der echte Yok Yok ist in Frankfurt

Doch plötzlich war der Frankfurter Kult-Laden in seiner Einmaligkeit gefährdet. In Weil am Rhein (Baden-Württemberg) wurde ein Kiosk unter dem Namen "Yok Yok" eröffnet. Nazim Alemdar wollte unter keinen Umständen diese Kopie zulassen. Schließlich sei das "Yok Yok" schon immer mehr gewesen - mehr Herzblut, mehr Arbeit und ein Ort, wo Kunden mit dem Betreten des Ladens sofort zur Familie gehören. Das "Yok Yok" hat sich längst überregional als Marke mit Wiedererkennungswert etabliert.

Nachdem eine Unterlassungsklage von den Nachahmern ignoriert worden sei, habe sich Alemdar zu einer Klage beim Landgericht Frankfurt entschieden. Dort nun auch am Oberlandesgericht hat Alemdar Recht bekommen, wie zuerst die Bild-Zeitung und die FAZ berichteten. Nur er darf den Namen "Yok Yok" für seine Läden nutzen - in ganz Deutschland.

"Yok Yok" hat emotionale Bedeutung

Wie wichtig Besitzer Alemdar der Name "Yok Yok" ist, wird schnell klar. Lachend erklärt er, dass "Yok" in seiner Muttersprache Türkisch "Gibt's nicht" bedeutet. Wenn man also "Yok Yok" sage, bedeute das: "Gibt’s nicht, gibt’s nicht."

Alemdar habe immer wieder Angebote dafür bekommen, den Namen zu verkaufen. Das aber habe er stets abgelehnt. "Das würde ich nie machen! 'Yok Yok' ist wie ein Kind für mich, und sein Kind verkauft man doch auch nicht. Wenn ich angerufen werde, beantworte ich den Anruf mit Herr Yok Yok auch wenn das gar nicht mein richtiger Name ist."

Nazim Alemdar, Betreiber des "Yok Yok", steht in seinem Laden. Er trägt einen blauen Pulli und eine Brille. Im Hintergrund sind Getränkeflaschen und Chipstüten zu sehen.

Weltreise bei jedem Ladenbesuch

„Gibt’s nicht, gibt’s nicht“ wird hier ernst genommen. Neben scharfem Tomatenschnaps aus Mexiko, Bier aus allen Ecken zwischen Hessen und Südamerika und Bio-Apfelwein kann man auch einen Autoauspuff-Reparaturkit kaufen.

Das "Yok Yok" zelebriert seine internationale Atmosphäre. Überall an den Wänden hängen Postkarten und Sticker aus der ganzen Welt - Geschenke seiner Kunden. Alemdar erzählt, wie zu Messezeiten internationale Stammkunden aus über 70 Ländern immer wieder zu ihm kommen mit Geschenken aus ihren Heimatländern.

Wohltätigkeit gehört zur Kioskphilosophie

Die Entscheidung des Oberlandesgerichts fühlt sich für Alemdar an wie eine Bestätigung für sein Wirken. Ihm gehe es nicht darum, reich zu werden - er sei im Laufe seines Lebens bereits zweimal pleite gegangen. Stattdessen sei es ihm wichtig, der Gesellschaft durch seinen Laden etwas zurückzugeben.

So sammelt er Spenden für Fußballvereine, internationale Projekte in der Türkei und in Ghana und stelle seinen Laden für Kunstausstellungen zur Verfügung. Auch vor der eigenen Haustür wirkt Alemdar: Ob Obdachlosenhilfe oder das gemeinsame Fastenbrechen - der soziale Mittelpunkt im Bahnhofsviertel ist und bleibt der nun offiziell originale "Yok Yok City-Kiosk".

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen