Krank und in Geldnot - da geriet ein alter Mann aus dem Taunus auf Abwege. Er drohte der Supermarktkette Tegut in Fulda mit vergifteten Lebensmitteln. Statt 80.000 Euro stand am Ende eine Verurteilung.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Urteil zu versuchter Erpressung von Supermarktkette

Schild Supermarktkette Tegut
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Auf kriminelle Weise wollte ein Rentner aus Sulzbach (Main-Taunus) seine Geldsorgen loswerden. Der 83-Jährige versuchte in Fulda, die Tegut-Supermärkte zu erpressen. Er drohte erst schriftlich und dann telefonisch damit, Lebensmittel zu verunreinigen. Doch er flog auf. Am Donnerstag wurde er vom Amtsgericht Fulda dafür bestraft.

Das Urteil: sechs Monate auf Bewährung. Zudem ist eine Geldbuße in Höhe von insgesamt 1.000 Euro zu zahlen. Das Gericht hielt ihm zugute, dass er geständig war. Der gesundheitlich angeschlagene Mann fehlte allerdings am Donnerstag im Gerichtssaal.

Erpresser-Forderung: 80.000 Euro

Der 83-Jährige hatte laut Staatsanwaltschaft in einem Brief an den Geschäftsführer der Lebensmittelmarktkette angedroht, Produkte mit krankmachenden Stoffen zu versehen. Er forderte 80.000 Euro. Die Lebensmittelmarktkette hat rund 290 Filialen in sechs Bundesländern, viele davon in Hessen.

Seiner Drohung versuchte der Täter laut Staatsanwaltschaft mit mehreren Drohanrufen an den Geschäftsführer Nachdruck zu verleihen. Denn Geld zahlte Tegut nicht. Doch bei den Telefonaten stellte sich der Ü80-Gangster offenbar nicht sonderlich geschickt an.

Auf frischer Tat ertappt

Während des letzten Anrufs im Juni 2018 wurde er auf frischer Tat ertappt. Die Polizei in Frankfurt nahm ihn fest. Die Beamten hatten ihn überwacht, nachdem sie seine Spur aufgenommen hatten.

Laut den Ermittlern bestand zu keinem Zeitpunkt eine echte Gefahr für die Kunden. Es seien keine Produkte verunreinigt oder vergiftet worden. In seiner Wohnung stellten die Ermittler bei einer Durchsuchung zwar einige Beweismittel sicher, sie fanden aber nichts Gefährliches.

Im Falle einer vollendeten Erpressung hätte der Rentner bis zu fünf Jahre ins Gefängnis wandern können.

Sendung: hr4. 03.12.2020, 12.30 Uhr