Tatort in Obertshausen

Ein 67-Jähriger soll in Obertshausen zwei Männer niedergeschossen haben. Bei einem der Opfer handelt es sich um einen Gerichtsvollzieher.

Videobeitrag

Video

zum Video Schüsse in auf Gerichtsvollzieher und Helfer

hsk1645_140220
Ende des Videobeitrags

Mehrere Schüsse wurden nach Auskunft der Polizei am Freitag gegen 8.50 Uhr in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Obertshausen (Offenbach) auf einen Gerichtsvollzieher und einen Begleiter abgegeben. Die beiden Männer wurden schwer verletzt. Sie kamen ins Krankenhaus.

Der Gerichtsbedienstete kam nach ersten Erkenntnissen in Begleitung zweier Speditionsmitarbeiter zu dem Wohnhaus im Stadtteil Hausen. Der zweite Helfer erlitt ein Knalltrauma.

Als Tatverdächtigen nahmen die Beamten den 67-jährigen Bewohner der Wohnung fest, wobei dieser sich eine leichte Kopfverletzung zuzog. Auch er kam in ein Krankenhaus. Was zu der Tat führte, war am Freitagvormittag unklar. Möglicherweise ging es nach Angaben der Polizei um eine Zwangsräumung. Ob der Mann einen Waffenschein hat, steht auch nicht fest. Die Polizei machte mit Hilfe eines Hubschraubers Fotos vom Tatort.

Wiederholt Attacken auf Gerichtsvollzieher

"Man kann vorher etwas über Personen abfragen, aber eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht", sagte der Vorsitzende des Landesverbands des Deutschen Gerichtsvollzieherbunds, Markus Ebertz, am Freitag über die Gefahren für Gerichtsvollzieher.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Zwei Schwerverletzte durch Schüsse in Obertshausen

Absperrband mit der Aufschrift "Polizei"
Ende des Audiobeitrags

Die Zwangsvollstrecker werden immer wieder Opfer von Gewaltattacken. In Gelnhausen schoss 2016 ein älterer Mann einem Gerichtsvollzieher in den Kopf. In Nordrhein-Westfalen goss im April vergangenen Jahres eine Frau einem Gerichtsvollzieher eine ätzende Flüssigkeit ins Gesicht.

Nach einer erst in dieser Woche vorgestellten Studie im Auftrag des hessischen Landesverbands des Deutschen Beamtenbunds sind Gerichtsvollzieher ganz erheblich Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt. Sie würden im besonderen Maße mit Aggressionen und Gewalt konfrontiert. Bei dem Wunsch nach Verbesserungen würden Sicherheit und Ausrüstung an erster Stelle stehen.

Im Jahr 2018 wurden der Bundesregierung zufolge deutschlandweit mehr als 85.000 Vollstreckungsbeamte im Dienst Opfer von versuchten oder vollendeten Straftaten, zehn Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Der überwiegende Teil sind Polizistinnen und Polizisten, aber auch Mitarbeiter des Zolls, der Feuerwehr oder von Rettungsdiensten. Auch in Hessen stieg die Zahl von 2015 bis 2018 kontinuierlich auf fast 4.000 Fälle an. Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 14.02.2020, 16.45 Uhr