Unwetter Vogelsberg
Einsatzkräfte kämpfen im Vogelsbergkreis, wie hier in Nösberts-Weidmoos, gegen die Folgen des Unwetters. Bild © Philipp Weitzel

Starker Regen, Blitz, Donner und Hagel: Am Muttertag hat es in Teilen Hessens ordentlich gekracht. In Ost- und Mittelhessen wurden Straßen überschwemmt, Autos weggespült, Keller mussten ausgepumpt werden.

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Gewitter mit starkem Regen und Hagel sind am Sonntag vor allem über Mittel- und Osthessen gezogen. Besonders betroffen waren Teile des Vogelsbergkreises und die Stadt Marburg. Autos wurden mitgerissen, Bahngleise verschüttet, eine Baustelle weggespült, Bäume blockierten Straßen, Keller liefen voll. Die Polizei geht von mehreren hunderttausend Euro Schaden aus, wie ein Sprecher am Montag hessenschau.de sagte. Die Feuerwehr im Vogelsbergkreis berichtete am Montagmorgen von 126 Einsätzen, fast 700 Einsatzkräfte waren vor Ort. Verletzte gab es aber nicht.

Vogelsbergkreis besonders betroffen

Auch am Montag waren Feuerwehren und Straßenmeistereien noch immer mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Am heftigsten hat es den Vogelsbergkreis erwischt: "Von 20.30 Uhr bis 22.30 Uhr hatten die Rettungskräfte im Vogelsbergkreis unheimlich viel zu tun", sagte ein Polizeisprecher in Fulda.

In Feldatal wurde ein Auto vom Wasser mitgerissen und gegen eine Hauswand geschleudert. Verletzte gab es nicht. In Köddingen wurde gleich eine ganze Baustelle einschließlich Baumaterial weggefegt, als sich eine Flutwelle durch den Ort schob. Dabei wurden mindestens zwei Autos beschädigt.

Ein Geröllabgang an einem Bahnübergang stoppte am Abend den Zugverkehr in Rülfenrod. In Grebenhain liefen laut Feuerwehr zahlreiche Keller voll. Auch hier wurden einige Straßen überschwemmt. Im Ortsteil Ilbeshausen gab es gegen 16 Uhr ein Blitzeinschlag, Feuerwehren aus dem Umkreis wurden alarmiert.

"In 25 Jahren Dienstzeit noch nicht erlebt"

In mehreren Orten stand das Wasser bis zu einem Meter hoch in den Straßen, zum Beispiel im Grebenhainer Ortsteil Nösberts-Weidmoos. "So etwas habe ich in meiner 25-jährigen Dienstzeit bei der Feuerwehr noch nicht erlebt", sagte Grebenhains Gemeindebrandinspektor Mario Henning.

Zudem wurde die B49 bei Gemünden mit Schlamm überspült. In Lautertal wurde eine Straße auf 30 Metern Länge von einer Schlammlawine überspült, ein Fahrzeug wurde von der Straße geschwemmt.

Marburg überflutet

Auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf musste die Feuerwehr ungefähr 85 Mal ausrücken. "Zum Glück gab es aber keine Personenschäden", sagte ein Sprecher der Leitstelle. In Marburg konnten die Kanäle das Regenwasser nicht mehr aufnehmen, Straßen waren überflutet.

In Marburg wurden Straßen überflutet.
Ein tapferer Radfahrer auf einer überfluteten Straße in Marburg. Bild © Sven Obermann

In Rabenau (Gießen) fiel ein Baum auf eine Straße und musste entfernt werden, wie ein Feuerwehrsprecher hessenschau.de berichtete. "Wir mussten auch ausrücken, um Keller auszupumpen", sagte er. Das Gewitter sei aber schnell vorbeigezogen. In Hosenfeld (Fulda) schlug ein Blitz ins Dach eines Wohnhauses ein, der Schaden blieb offenbar gering. In einem Industriegebiet in Fulda stürzte laut Polizei ein Baum um, passiert ist aber nichts.

Unwetterwarnungen in vielen Teilen Hessens

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Sonntagnachmittag Unwetterwarnungen herausgegeben - und warnte in Teilen Hessens bis zum späten Abend vor heftigem Starkregen mit Niederschlagsmengen bis zu 80 Liter pro Quadratmeter sowie Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 85 km/h sowie Hagel mit Korngrößen von zwei bis drei Zentimetern.

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