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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Badesaison droht ins Wasser zu fallen

Jugendliche springen vom Turm des Mühltalbads in Darmstadt-Eberstadt

Eigentlich würden im Mai die Schwimmbäder öffnen. Und gut möglich, dass ein weiterer Hitzesommer kommt. Wegen der Corona-Auflagen haken manche Städte die Badesaison aber schon ab.

Boris Zielinski, Geschäftsführer der Bäder-Betriebe Frankfurt (BBF), will die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben. Seit er wegen der Corona-Pandemie seine Bäder schließen musste, arbeitet er an einem Wiedereröffnungskonzept für die 14 Hallen- und Freibäder in Frankfurt. Das beinhaltet unter anderem Abstands-und Hygieneregeln und ausgewiesene Besuchszeiten für Senioren.

Ob Zielinski sein Corona-Konzept genehmigt bekommt, ist derzeit allerdings nicht klar. Er und andere Bäderbetreiber hatten die Hoffnung, dass Bund und Länder an diesem Donnerstag Entscheidungen zur diesjährigen Badesaison fällen könnten - doch das taten sie nicht.

Allerorten Planungsunsicherheit

Eigentlich sollte es Anfang Mai losgehen. Stattdessen gibt es Planungsunsicherheit allerorten. Eine hr-Umfrage bei rund 20 Bäderbetrieben, Städten und Gemeinden ergab, dass viele von ihnen nicht wissen, wann und in welcher Form sie ihre Bäder öffnen können. Aus Darmstadt, Wiesbaden, Wetzlar, Kassel und Fulda heißt es, man warte auf Entscheidungen des Landes. Man sei in "Warteposition" und beobachte die "dynamische Lage", so lassen sich die Antworten zusammenfassen.

Manche Städte schließen es sogar aus, dass sie ihre Bäder in diesem Sommer öffnen. Zum Beispiel Hanau. Das Großveranstaltungsverbot bis Ende August bezieht die Stadt auch auf ihre Frei-und Hallenbäder. Deswegen gehe man davon aus, dass kein Bad in den Sommermonaten öffnen werde.

Andere Kommunen ziehen nach. Auch in Butzbach (Wetterau) und in Gießen gehen die Bäderbetreiber davon aus, dass die Freibadsiason 2020 ganz ausfällt.

Ist ein Freibadbetrieb eine Großveranstaltung?

Ob das Großveranstaltungsverbot tatsächlich auch für Schwimmbäder gilt, ist indes einigen Bäderbetreibern nicht vollständig klar. In einem Brandbrief forderte die Deutsche Gesellschaft für Badewesen die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten zu einer eindeutigen Aussage darüber auf. Anfang April hatte der bundesweite Verband bereits einen Pandemieplan für die Corona-Zeit erarbeitet, an dem sich viele Badbetreiber orientieren.

Getrennte Schwimmzeiten, Desinfektionspausen

Das Papier dient auch Alexander Schmeh, dem Geschäftsführer mehrerer nordhessischer Freibäder, als Leitfaden. Er hofft, dass er seine Bäder bald wieder öffnen kann. Natürlich, wie er sagt, unter Auflagen und konkreten Hygienemaßnahmen wie getrennten Schwimmzeiten für Risikogruppen und Familien, Einlassbeschränkungen und zwischenzeitlichen Unterbrechungen des Badebetriebs für großflächige Desinfektionen.

Schmeh fordert eine kontrollierte und überwachte Öffnung der Bäder. Andernfalls befürchtet er, dass sich viele Menschen aufgrund des zu erwartenden Hitzesommers in Lebensgefahr bringen, wenn sie in unbewachten Seen oder in Flüssen mit starken Strömungen baden.

Ministerium verweist auf Kontaktverbot

Das Sozial- und Gesundheitsministerium in Wiesbaden konnte auf hr-Nachfrage zur hessischen Badesaison keine konkrete Aussage treffen. Eine Sprecherin übermittelte, dass die bestehenden Kontakt- und Abstandsregeln auch für Badeanstalten gelten. Die Landesregierung beobachte "die epidemiologische Lage laufend, um über mögliche Lockerungen und Schärfungen zu entscheiden".

Viele Bäderbetreiber warten nun auf den 6. Mai. Dann beraten sich Bund und Länder bei der nächsten Corona-Sitzung - womöglich mit Beschlüssen zur Badesaison.

Sendung: hr-iNFO, 30.04.2020, 17.23 Uhr