Trauerfeier vor Moschee Hanau
Abschied von Mustafa Alptug S.: Trauerfeier vor einer Moschee in Hanau Bild © hr

Er wollte einem Wohnsitzlosen aus dem Gleisbett helfen und wurde von einer einfahrenden S-Bahn tödlich verletzt: Der Tod von Alptug S. aus Hanau sorgt auch in den sozialen Medien für große Anteilnahme. Hunderte Menschen kamen zur Trauerfeier nach Hanau.

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Ein paar Blumen neben dem Gleisbett erinnern noch an ihn: Alptug S. aus Hanau. Der 17-Jährige wurde am vergangenen Dienstag in der S-Bahn-Station Ostendstraße in Frankfurt von einem einfahrenden Zug erfasst und tödlich verletzt, als er einen wohnsitzlosen Mann von den Gleisen retten wollte.

Mehrere hundert Menschen nahmen am Freitag in Hanau Abschied von dem Jugendlichen. Im Anschluss an das islamische Freitagsgebet versammelte sich die Trauergemeinde vor der Moschee in der Hanauer Innenstadt.

Im Netz als "Held" bezeichnet

Bereits am Donnerstag hatten Vertreter des Magistrats und des Ausländerbeirates der Familie kondoliert. Die Stadt Hanau kündigte an, dass von Montagnachmittag an im Rathaus ein Kondolenzbuch ausgelegt werde.

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In den sozialen Medien reagierten viele Nutzer mit großer Betroffenheit und Anteilnahme auf den Tod des 17-Jährigen. Verwandte und Bekannte teilten Fotos von Alptug S.. In zahllosen Kommentaren wird der Jugendliche als "Held" bezeichnet. Das türkische Generalkonsulat in Frankfurt - wie auch der Islamische Verein Hanau - sprach auf Facebook und Twitter der Familie des Jugendlichen sein Beileid aus. Bis Freitagabend 22 Uhr war der Facebook-Post über 900 Mal geteilt.

Wir wünschen dem 17-jährigen Mustafa Alptuğ Sözen, der einem auf den Gleisen liegenden bewusstlosen Menschen helfen wollte, dabei von der S-Bahn überrollt wurde und sein Leben verlor, Allah’s Segen und sprechen seiner Familie unser tiefstes Beileid aus. https://t.co/3vNhAY2OtZ

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Vorschlag für das Bundesverdienstkreuz

Über den tragischen Unfall berichteten bundesweit Medien, aber auch türkische Zeitungen wie "Hürriyet" und das Nachrichtenportal "CNN Türk".

Der Hanauer Ausländerbeirat kündigte außerdem an, den gebürtigen Hanauer posthum für das Bundesverdienstkreuz vorzuschlagen. Noch am Freitagabend sollte der Leichnam des 17-Jährigen in die Türkei, der Heimat seiner Eltern, überführt werden.

Der Vorfall löste zudem eine Diskussion über die Sicherheit in den Bahnstationen aus. An der S-Bahn-Station Ostendstraße etwa gibt es schon seit rund zwei Jahren kein Notruftelefon mehr. Die Bahn verwies in Notfällen auf den Notruf 112, der per Handy angerufen werden solle. Zudem erklärte das Unternehmen, dass das Betreten von Bahnanlagen gefährlich und daher verboten sei.