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Audioseite Schlachtplan gegen Wildparker

Schnee im Taunus: Autos stauen sich auf Zufahrt zum Großen Feldberg

Verstopfte Zufahrtsstraßen und Wildparker: Wenn es schneit, entsteht am Großen Feldberg ein Verkehrschaos. Für dieses Wochenende haben sich die Verantwortlichen im Taunus nun einen "Schlachtplan" überlegt. Voll werden dürfte es auch auf der Wasserkuppe, wo die Skisaison beginnt.

Keine Schneeflocke in der Lawine wird sich je verantwortlich fühlen, sagt man so schön und könnte damit auch die Lawine beschreiben, die verlässlich auf den Feldberg zurollt. Nicht in Form des Schnees, der sich für dieses Wochenende auf Hessens Höhen angekündigt hat, sondern in Form der vielen Ausflügler aus dem Umland, die in Richtung Großer Feldberg rollen.

"Die parken hier, wo sie wollen", sagt Christel aus Oberreifenberg im Taunus. Sie wohnt direkt neben einer beliebten Schlittenwiese, wo in den vergangenen Weihnachtsferien Verkehrschaos herrschte, Privatwege und Einfahrten zugeparkt wurden. "In Frankfurt darf man doch auch nicht überall parken", sagt sie.

Felder durch Wildparker zerstört

Im vergangenen Winter waren die Parkplätze auf dem Großen Feldberg in Schmitten bereits morgens überfüllt. Der Erste Kreisbeigeordnete Thorsten Schorr (CDU) bat Ausflügler damals, dem höchsten Gipfel im Taunus am besten fern zu bleiben. Wegen der vollen Parkplätze kam es zu Sperrungen der Anfahrtswege.

In diesem Winter soll sich das Chaos nicht wiederholen. "Wir haben unsere Ordnungspolizeibeamten in Rufbereitschaft versetzt, damit sie im Bedarfsfall einschreiten können", sagt Sandro Zehner (CDU), Bürgermeister von Taunusstein. Einen dieser Bedarfsfälle will er auf jeden Fall vermeiden: "Wenn ganze Felder zum wilden Parken genutzt werden, werden diese Felder komplett zerfahren." So werde die Ernte zerstört, den Landwirten entstünden Schäden.

"Schlachtplan" gegen das Chaos

Das soll auch präventiv verhindert werden. "Wir werden die Besucher frühzeitig auf den Autobahnen darüber informieren, welche Parkplätze voll sind und wohin sie gegebenenfalls ausweichen sollten", kündigt Julia Krügers (CDU) an, die Bürgermeisterin von Schmitten. Digitale Displays sollen den Verkehr leiten.

"In diesem Jahr haben wir einen Schlachtplan entwickelt", sagt Krügers. Dieser sehe vor, die Parkkapazitäten auszunutzen und dann im immer größer werdenden Abstand zum Feldberg abzusperren, wenn das Bergplateau voll ist. "So verhindern wir den Suchverkehr", hofft Krügers, die darin auch etwas Positives für die Anreisenden sieht: "Wer weiter weg parkt, kann einen schönen Winterspaziergang auf den Berg unternehmen."

Und das sei schließlich das, worum es doch am Feldberg geht, sagt Carolina Krüger, die ebenfalls an der Schlittenwiese in Oberreifenberg wohnt. "Hier ist Natur pur, Ruhe pur", sagt sie. "Es freut mich, wenn die Besucher sich hier ein bisschen von unserem Glück holen können." Sie wohne gerne hier - "und ich teile ebenso gerne."

Saisonstart auf der Wasserkuppe

Zahlreiche Ausflügler dürften sich am Wochenende auch Richtung Wasserkuppe auf den Weg machen, denn in der Rhön ist an diesem Freitag Saisonstart. Am Mittag werden auf Hessens höchstem Berg die ersten Lifte in Betrieb genommen. Ein Schneepolster aus Natur- und Kunstschnee taugt für die ersten Abfahrten. Nicht weit entfernt sind auch Abfahrten am Zuckerfeld in Gersfeld-Obernhausen (Fulda) möglich. Dort läuft der Lift bereits seit dem Vormittag.

Es ist damit zu rechnen, dass die Parkplätz am Skilift am Zuckerfeld unterhalb der Wasserkuppe schnell voll werden. Viele Autos passen nicht auf die Stellfläche, was in den vergangenen Jahren immer wieder zur Folge hatte, dass in den Wohnstraßen in Obernhausen und entlang der Landstraße wild geparkt wurde.

Mehr Parkplätze und ein Leitsystem mit Anzeigen zu belegten oder verfügbaren Flächen gibt es dagegen auf der Wasserkuppe. Sollte es dort zu voll werden, dürfte die Polizei aber auch dort die Zufahrten dicht machen, um einen Verkehrskollaps zu vermeiden.

In Hessens größtem Skigebiet in Willingen (Upland) ist am Wochenende noch kein Liftbetrieb möglich. "Der Schnee reicht noch nicht aus", sagt Sprecher Jörg Wilke. Zum Rodeln reiche der Schnee aber auf einigen Wiesen und auf dem Ettelsberg.

Der Skilift an der Herchenhainer Höhe in Grebenhain (Vogelsberg) nimmt hingegen am Samstag (9.30 Uhr) den Betrieb auf.

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