Polizisten kontrollieren Passanten
Kontrollen und Verhaftungen: Die Polizei führt eine Großrazzia im Bahnhofsviertel durch. Bild © picture-alliance/dpa

Polizeiabsperrungen, Kontrollen, Verhaftungen: Hunderte Polizisten haben am Donnerstagabend im Frankfurter Bahnhofsviertel Lokale und Bordelle kontrolliert. Auch Passanten auf der Straße waren betroffen.

Videobeitrag
hs

Video

zum Video Razzia im Frankfurter Bahnhofsviertel

Ende des Videobeitrags

Um 22 Uhr am Donnerstagabend fuhren zahlreiche Polizeiautos mit Blaulicht ins Frankfurter Bahnhofsviertel und sperrten den Bereich um die Taunusstraße ab. Passanten mussten sich an den Häuserwänden aufstellen, sie wurden kontrolliert, egal ob Tourist, Diskobesucher, Junkie oder Straßendealer, Verdächtige wurden in einem Bus untersucht.

Audiobeitrag
Polizisten stehen vor einem Bordell

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found 470 Polizisten führen Großrazzia im Bahnhofsviertel durch

Ende des Audiobeitrags

Die Aktion, bei der rund 470 Polizisten im Einsatz waren, richtete sich nach Polizeiangaben "vor allem gegen Drogenhandel und organisierte Kriminalität". Auch zahlreiche Beamte in Zivil seien schon vor dem Eintreffen der uniformierten Polizisten unterwegs gewesen, sieben Dealer seien bereits vor dem Start der Großrazzia festgenommen worden.

Vor allem Rauschgiftdealer im Fokus

Im Fokus der Aktion standen nach Polizeiangaben vor allem Rauschgiftdealer. Durchsucht wurden aber auch Bordelle. "Die Örtlichkeiten, die wir ausgesucht haben, sind nicht nur die, in denen Straftaten begangen werden", sagte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill, "sondern das sind auch Rückzugsräume für Straftäter und Orte, von denen aus solche Dinge gesteuert werden."

Menschen stehen vor den Bordellen auf der Straße
Schwerpunkt der Kontrollen waren auch die Bordelle im Bahnhofsviertel. Bild © Michael Seeboth (hr)

Mit der Razzia wolle man Anwohnern und Geschäftsleuten zeigen, dass die Polizei eingreift. Eine Schießerei am Mittwoch vor einem Bordell, bei der ein Unbeteiligter mit einer CO2-Waffe verletzt wurde, zeige wie wichtig der Einsatz sei. Der mutmaßliche Schütze sei festgenommen, die Waffe hingegen bislang nicht gefunden worden.

Ordnungsamt kontrolliert Restaurants und Imbisse

Bundes- und Stadtpolizei unterstützten die Aktion. Auf Twitter schrieb die Polizei, dass auch Steuerfahnder und Lebensmittelkontrolleure der Stadt im Einsatz waren. Das Ordnungsamt kontrollierte die hygienischen Zustände in Restaurants und Imbissbuden und überprüfte Arbeitsgenehmigungen und den Brandschutz.

#Teamwork im #BhfGebiet #Frankfurt zur Bekämpfung der Rauschgift- und Milieukriminalität: Wir sind zusammen mit @Stadt_FFM -Polizei, Steuerfahndung und den Lebensmittelkontrolleuren der Stadt FfM im Einsatz

Barbetreiber: "Aktion geschäftsschädigend"

Im Bahnhofsviertel kam die Polizei-Razzia nicht bei jedem gut an. Die große Aktion sei geschäftsschädigend und mache den Kunden Angst, sagte der Betreiber einer Tabledance-Bar. Dafür werde an anderen Tagen zu wenig kontrolliert, gerade nachts sei das Bahnhofviertel ein "rechtsfreier Raum".

Die Polizei betonte, sie habe deutlich mehr Drogendelikte aufgeklärt als in den Jahren zuvor, seit sie mit speziellen Einheiten intensiv kontrolliere. Taschen- und Trickdiebstähle seien um 40 Prozent zurückgegangen.

Mit zusätzlichem Personal habe die Polizei außerdem in den vergangenen Wochen auch verdeckte Ermittlungen durchgeführt. Von der Großrazzia nun erhofften sich die Ermittler weitere Erkenntnisse, hieß es. Eine Bilanz des nächtlichen Einsatzes will die Polizei im Laufe des Freitags mitteilen.