Ein ballistisches Gutachten belastet den Hauptverdächtigen im Mordfall Lübcke laut einem Medienbericht schwer. Stephan Ernst führte die Ermittler zu der Pistole, die Experten nun als Tatwaffe identifiziert haben sollen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fall Lübcke: Neues Gutachten belastet Verdächtigen

Stephan Ernst in Polizeigewahrsam
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Die kriminaltechnischen Untersuchungen des hessischen Landeskriminalamts (LKA) und des Bundeskriminalamts (BKA) haben offenbar ergeben, dass die Kugel, die den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) tötete, aus einer Schusswaffe stammt, die der Hauptverdächtige Stephan Ernst in einem Erddepot versteckt hatte. Das berichtete Spiegel Online am Dienstagabend.

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zum Video Fall Lübcke: Tatwaffe identifiziert

Der Beschuldigte im Mordfall Lübcke, Stephan ernst, wird begleitet von zwei schwer bewaffneten Polizisten an den BGH in Karlsruhe gebracht.
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Erst gestanden, dann widerrufen

Ernst selbst hatte die Ermittler zu einem Erddepot auf dem Gelände seines Arbeitgebers geführt. Den Mord an Lübcke hatte er nach seiner Festnahme zunächst gestanden. Ebenso gab er in einem Geständnis die Namen der Männer an, die ihm die Waffen besorgt haben sollen.

Doch dann wechselte Ernst seinen Anwalt und widerrief kurz darauf das Geständnis. Sollte sich das ballistische Gutachten bestätigen, so würde ihn das schwer belasten. Schließlich war es Ernst, der die Polizei zu der nun als Tatwaffe identifizierten Pistole führte. Die Bundesanwaltschaft, die die Ermittlungen in dem Fall führt, sprach bereits Ende Juni von einer in dem Erddepot gefundenen Schusswaffen von der Tatwaffe.

DNA-Spur verriet Ernst

Walter Lübcke war Anfang Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha (Kassel) aus nächster Nähe erschossen worden. Ernst gilt als dringend tatverdächtig. Ein DNA-Treffer hatte die Ermittler auf die Spur des mehrfach vorbestraften Neonazis geführt.

Vermutet wird ein politisches Motiv. Das Mordopfer Lübcke hatte sich für die Aufnahme von Flüchtlingen eingesetzt. Ernst war aktenkundiges und einschlägig vorbestraftes Mitglied der rechten Szene in Kassel und Nordhessen. Nach 2009 war er den Behörden nicht mehr aufgefallen - bis zu diesem Juni.

Sendung: hr4, 17.07.2019, 0 Uhr