Oranges Hinweisschild "Notruf" an der S-Bahn-Station.
An der S-Bahn-Station Ostendstraße geschah im November 2018 der tödliche Unfall. Bild © picture-alliance/dpa

Das Landgericht Frankfurt hat einen 31-Jährigen wegen eines lebensgefährlichen Scherenangriffs zu fast fünf Jahren Haft verurteilt. Sein Opfer war der Mann, der später den tragischen S-Bahn-Unfall verursachte, bei dem Alptug Sözen starb.

In dem am Freitag vor dem Landgericht Frankfurt verhandelten Fall ging es um eine Tat im Juni 2018: Damals eskalierte ein Trinkgelage in einer Wohnung im Frankfurter Stadtteil Zeilsheim. Der 31 Jahre alte Angeklagte stach seinem 44 Jahre alten Opfer mit einer Schere in den Oberkörper und verletzte den Mann am Lungenflügel.

Das Urteil des Schwurgerichts: vier Jahre und neun Monate Haft für den Angreifer wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen. Der 31-Jährige hatte auch die Wohnungsinhaberin verletzt, bevor er sich selbst in die Brust stach. Er hatte zu dem Zeitpunkt drei Promille Alkohol im Blut. Die Unterbringung in einer Entzugsklinik lehnte das Gericht wegen "fehlender Erfolgsaussichten" ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Opfer verursachte tödlichen S-Bahn-Unfall

Das Besondere an dem Fall ist, dass es sich bei dem verletzten 44-Jährigen just um jenen Mann handelt, der fünf Monate später - im November 2018 - den tragischen Unfall am S-Bahnhof Ostendstraße verursachte, bei dem Alptug Sözen sein Leben verlor. Der 17-Jährige versuchte damals, den Mann zu retten, nachdem dieser betrunken ins Gleisbett gefallen war. Dabei wurde Sözen selbst von einer einfahrenden S-Bahn tödlich erfasst. Der 44-Jährige verlor bei dem Unfall ein Bein.