Urteilsverkündung vor dem Landgericht Hanau - Angeklagter mit seinen Anwälten
Urteilsverkündung vor dem Landgericht Hanau: Der Angeklagte mit seinen Anwälten. Bild © Heiko Schneider/hr

Ein ehemaliger Rechtsanwalt ist in Hanau zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Er hatte seine Ehefrau verprügelt, mit Spiritus übergossen und angezündet. Bis zuletzt leugnete er die Tat.

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Wegen Mordes an seiner Frau ist ein Mann in Hanau zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht sah es am Freitag als erwiesen an, dass der 49 Jahre alte frühere Rechtsanwalt seine Frau im März 2017 verprügelt, mit Spiritus übergossen und angezündet hatte. Das Opfer starb einige Tage später im Krankenhaus.

Der Angeklagte hatte im Prozess ausgesagt, dass er seine Frau bereits mit den Brandverletzungen vorgefunden habe, als er abends nach Hause gekommen sei. Die Verteidigung hatte deswegen einen Freispruch gefordert.

Die Staatsanwaltschaft Hanau hingegen hatte auf lebenslange Haft plädiert und dafür das Mordmerkmal der Grausamkeit zugrunde gelegt.

Rasch Zweifel an der Selbstmord-Theorie

Am zunächst plausibel erscheinenden Selbstmord der alkoholkranken Frau kamen den Ermittlern schnell Zweifel. In Treppenhaus und Wohnung fanden sich Blutspuren, Teile der Wohnung waren verwüstet. Für all das soll der Angeklagte beim Eintreffen der Polizei keine nachvollziehbare Erklärung gehabt haben.

Laut Gericht soll der Anwalt schon früher gewalttätig gegen seine Ehefrau geworden sein. So hatten Nachbarn und Bekannte berichtet, dass es häufiger Streit in dem Wohnhaus gegeben habe. Die Frau soll wiederholt mit Prellungen im Gesicht gesehen worden sein.

Zulassung als Anwalt verloren

Der Jurist hat seine Zulassung als Rechtsanwalt bereits vor Jahren verloren. Er ist den Angaben zufolge bereits wegen Betrugs und Untreue strafrechtlich in Erscheinung getreten. Zuletzt soll er von Ersparnissen und Zuwendungen seiner Mutter gelebt haben.