Familie Höhmann packt die verspäteten Weihnachtsgeschenke aus
Familie Höhmann packt die verspäteten Weihnachtsgeschenke aus Bild © hr

Für zwei Kinder aus Kassel findet Weihnachten in diesem Jahr gleich zweimal statt. Ein falsch adressiertes Paket aus den USA ist dank einer hartnäckigen Postbotin und einer Facebook-Fahndung doch noch angekommen.

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Tante Ruth aus den USA hatte doch alles so schön vorbereitet. Sie kaufte ein Lego-Raumschiff für den sieben Jahre alten Ben sowie eine Puppe samt Strampler für Baby Nya, packte alles in weihnachtliches Geschenkpapier und brachte es zur Post.

Rechtzeitig, versteht sich. Schon im November schickte sie das Paket über den großen Teich in Richtung Nordhessen. Man weiß ja schließlich nie, wie lange so eine Übersee-Sendung letztlich wirklich dauert.

Drei Monate später lässt sich festhalten: Ihr Zeitplan ging nicht auf. Die Geschenke erreichten ihren Zielort und die beiden wartenden Kinder erst jetzt, Mitte Februar. Und das hat selbst verschuldete Gründe.

Fahndung in Facebook-Gruppe

Die schon etwas ältere Dame aus Amerika hatte beim Beschriften des Päckchens offenbar ein paar Fehler zu viel eingebaut und wohl auch den Umzug ihrer "German relatives" von Espenau in die große Stadt vergessen.

Folge: Die Briefträgerin konnte das Paket trotz großer Bemühungen nicht zustellen. Einfach zurückschicken wollte Taija Griesel das X-Mas-Package aber auch nicht. "Es ging ja um die Kinder."

Facebook Espenau
Bild © Facebook

Nach mehreren Wochen erfolgloser Suche kam ein Anwohner des kleinen nordhessischen Örtchens Espenau dann auf die zündende und letztlich rettende Idee. In der Facebook-Gruppe "Schönes Espenau" startete er einen Fahndungsaufruf nach einer "Familie Holzmann o.ä.", in der die Geschwister Ben und Mia auf Geschenke von einer Tante Ruth Williams aus Amerika warten könnten.

"Bitte um Hinweise. Die Kinder werden es uns danken", schrieb der Weihnachtsretter und hatte sofort mehrere Verbündete auf seiner Seite.

Die Großeltern klären auf

Innerhalb von Stunden wurde sein Beitrag hundertfach gelesen und geteilt. Nicht einmal einen Tag später war das Rätsel dann gelöst und zumindest die passenden Großeltern gefunden. Das Paket sei mit einem falschen Namen, der falschen Hausnummer und dem falschen Ort beschriftet worden, erklärte Oma Ursula Höhmann dem hr den Fauxpas: Holzmann statt Höhmann, Espenau statt Kassel.

Ohne die Hartnäckigkeit der Postbotin wäre das wohl nie angekommen, ergänzte Opa Frank. "Die wollte das unbedingt zustellen."

Und so wurde es am Dienstagnachmittag in Kassel zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Wochen so richtig besinnlich. Ben bekam sein Raumschiff, das er eigenen Angaben zufolge "auch umbauen und in ein Auto verwandeln" kann. Nya liegt ab sofort in neuem Outfit neben ihrer neuen Puppe. Der Strampler passt trotz (oder gerade wegen?) der Verspätung wie angegossen.