Keutz Brand Birkenau

Er hatte sein Wohnhaus an der Bergstraße mit einer selbst gebastelten Bombe gesprengt. Deswegen muss ein 60-Jähriger acht Jahre hinter Gitter. Die Richter am Landgericht Darmstadt waren noch strenger als die Staatsanwaltschaft.

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Weil er der Zwangsversteigerung seines Anwesens zuvorkommen wollte, soll ein heute 60-jähriger Mann im März sein Haus in Birkenau (Bergstraße) gesprengt haben. Seit August stand er deswegen vor dem Landgericht Darmstadt. Am Donnerstagmittag fiel das Urteil: Der Mann wurde zu acht Jahren Haft verurteilt.

Die Richter verhängten die Strafe unter anderem wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. Bei der Explosion des Einfamilienhauses war niemand verletzt worden, zwei andere Gebäude wurden durch umherfliegende Trümmer beschädigt. Das Haus selbst brannte bis auf die Grundmauern nieder. An dem Tag stand eine Zwangsversteigerung an.

Nach zwei Tagen Festnahme

In ihrem Plädoyer hatte die Staatsanwaltschaft sieben Jahre und drei Monate Haft für den Angeklagten gefordert. Der Verteidiger des Mannes plädierte hingegen auf Freispruch. Die Anklage warf dem 60-Jährigen neben der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion auch schwere Brandstiftung vor. Nach ihren Ermittlungen hatte der Mann mit einem selbstgebauten Zeitzünder Gas und Kraftstoff im Haus zur Explosion gebracht.

Der nun Verurteilte war zwei Tage später festgenommen worden, als er sein Trümmergrundstück aufsuchte. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass der 60-Jährige, ein selbstständiger Handwerker, nach der Explosion flüchten wollte. In seinem Auto seien unter anderem Taschen mit Kleidung, zwei Smartphones, Notebooks, aber auch Elektroschocker und Reizgas gefunden worden.

Sachschaden: 400.000 Euro

Die Zwangsversteigerung hatten Mutter sowie die Bank des Angeklagten im Februar 2018 beantragt. Der Verkehrswert des Hauses war auf 200.000 Euro geschätzt worden. Der entstandene Sachschaden betrug 400.000 Euro.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 14.11.2019, 14.20 Uhr