Zum Abschuss freigegeben: Nilgänse in Frankfurt. Die Stadt will ihre Zahl verringern - zumindest im Brentanobad.
Sollen gewaltfrei vertrieben werden: Nilgänse. Bild © picture-alliance/dpa

Frankfurt setzt weiterhin auf Gewaltfreiheit, um lästige Wildgänse von einer Liegewiese im Ostpark fernzuhalten: Die Stadt will dafür eine 400 Meter lange Sichtschutzhecke pflanzen.

Videobeitrag
hs

Video

zum Video Zaun gegen Nilgänse

Ende des Videobeitrags

Die Trennung von Mensch und Gans soll im Frankfurter Ostpark künftig eine 400 Meter lange Hecke leisten. Das teilte Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) am Freitag mit. Um den Tieren schon in diesem Jahr Einhalt zu gebieten, hatte die Stadt einen etwa 1,20 Meter hohen Zaun aufgestellt.

Ziel war es, den Tieren die Sicht auf den Weiher zu versperren und diese dadurch in andere Gebiete des Parks zu lenken. Den Versuch begleiteten Experten mit einem Monitoring. So hatten Mitarbeiter der Staatlichen Vogelschutzwarte die Population an Grau, Kanada- und Nilgans gezählt. Sie hatten beobachtet, auf welche Flächen sich die Tiere verteilen. "Der Sichtschutzzaun hat besonders während der Mauser im Frühsommer Wirkung gezeigt", sagte Heilig.

Von der Liegewiese ans Ufer

Von fast 500 Wildgänsen, die während dieser Zeit gezählt wurden, seien beinahe 400 in den nahen Uferbereich abgewandert. Das habe die Liegewiese entlastet. In der Mauser- und Brutzeit - von Mai bis August - könnten die Tiere nicht fliegen.

Mitarbeiter der Stadt bauen in Frankfurt einen Sichtschutz für Nilgänse auf.
Zaun als Sichtschutz Bild © Hanna Immich (hr-iNFO)

Zwar gebe es keine Zahlen aus den Vorjahren. Die Beobachtungen zeigten aber eine Tendenz, die in die gewünschte Richtung führe, sagte Heilig. Das könne auch mit der geplanten Hecke aus schnell wachsenden Hainbuchen funktionieren. Das Gewächs soll mit 60 Zentimetern hoch genug sein, um den Tieren am Boden die Sicht auf den verlockenden Weiher zu nehmen.

Füttern ist ein Problem

Noch sei unklar, inwieweit auch die Hitze des Sommers das Verhalten der Tiere beeinflusst habe. So sei das Nahrungsangebot aufgrund hoher Temperaturen erheblich eingeschränkt gewesen. Daher soll das Monitoring auch 2019 - also mit Hecke - fortgeführt werden.

Es gebe aber auch noch einen anderen Aspekt, den man bedenken müsse, sagte Heilig: Die Gänse seien auch deshalb gerne im Ostpark, weil sie dort gefüttert würden. Dies sei ein Problem.

Kot: "unnötige Panikmache"

Die Leiterin der Staatlichen Vogelschutzwarte, Dagmar Stiefel, warnte vor "unnötiger Panikmache" vor dem Kot der Tiere. Menschen müssten mit extrem viel Kot in Berührung kommen, um krank zu werden. Dies sei unter normalen Umständen höchst unwahrscheinlich, fügte die Biologin hinzu.

Bernd Rüblinger vom Hessischen Umweltministerium wies darauf hin, dass die Jagd auf die Tiere Teil der Lösung sein könnte. Es sei aber fraglich, ob sich auf diese Weise der Bestand signifikant verringern lasse.

Zwar seien in diesem Jahr 39 Gänse auf Frankfurter Gebiet geschossen worden, aus Sicherheitsgründen könne im Ostpark aber nicht gejagt werden. Mit einer Ausnahmegenehmigung wurden Tiere im Frankfurter Brentanobad geschossen. In Darmstadt wurde in diesem Jahr an zwei Seen Jagd auf Nilgänse gemacht.