Beschädigte Bistumsmauer in Fulda

Er kam vom rechten Pfad ab, fürchtete kein Unheil, verursachte es aber doch: In Fulda hat ein Lkw-Fahrer bei einem Wendemanöver eine historische Bistumsmauer beschädigt. Hinterher staunte er ungläubig.

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Der gefallene Stein aus der Bistumsmauer.
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Man musste eigentlich kein Prophet sein, um zu sehen, dass der Lastwagen am Donnerstagabend in der Fuldaer Altstadt vom rechten Pfad abgekommen war. Im Bereich des Paulustors bemerkte auch der gutgläubige Lkw-Fahrer schließlich seinen Irrweg, wie eine Polizeisprecherin am Freitagmorgen sinngemäß mitteilte.

Rückwärts versuchte der 60-Jährige daraufhin, sein Gefährt samt Anhänger aus der höllischen Lage zu befreien. Doch herrje: Der Lastwagen touchierte beim Rangieren mit der hinteren Ecke die ehrwürdigen Mauern des Bischöflichen Generalvikariats. Ein rund 100 Kilogramm schwerer Sandsteinbrocken löste sich und donnerte aus über drei Metern Höhe auf die Erde hernieder. Gott sei Dank kreuzte niemand zu dieser Stunde den Weg.

Ein reines Gewissen

Der Lkw-Fahrer hatte von all dem heiligen Bimbam offenbar gar nichts mitbekommen und setzte sein tonnenschweres Himmelfahrtskommando durch die Altstadt-Gassen gnadenlos fort. Lediglich zwei Zeugen, die die Zerstörung des kirchlichen Gemäuers beobachtet hatten, war es letztlich zu verdanken, dass das Werk des Schuldigen doch noch ans Licht kam. Sie merkten sich den Firmennamen, der auf dem Lkw prangte und alarmierten die Polizei.

Es dauerte dennoch kleine Ewigkeit, bis die Beamten den 60-Jährigen auf dem rund 25 Kilometer entfernten Firmengelände seines Arbeitgebers erreicht hatten. Und siehe da: Der Lkw-Fahrer hatte offensichtlich ein reines Gewissen. Statt seine vermeintliche Fahrerflucht zu beichten, habe der Mann gebetsmühlenartig und glaubhaft versichert, von seinem Missgeschick nichts mitbekommen zu haben, berichtete die Polizeisprecherin. Da beim ungläubigen Mauerrempler auch kein Alkohol im Spiel gewesen sei, gehe der Kelch weiterer Ermittlungen an ihm vorüber.

Teuer dürfte das verunglückte Wendemanöver dennoch werden: Die Reparatur des Sandsteins kostet ersten Schätzungen zufolge rund 15.000 Euro, am Lkw entstand ein Schaden von etwa 4.000 Euro. Vergelt’s Gott.