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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Lebenslang für Mord an Reiterhof-Chefin

Spurensuche auf einem Reiterhof in Schöneck

Weil er die Chefin eines Reiterhofs in Schöneck erdrosselt hat, ist ein 23 Jahre alter Stallbursche zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht erkannte auf heimtückischen Mord. Die Tat hatte der Mann gestanden.

Lebenslange Haft wegen Mordes. Das ist das Urteil, das das Landgericht Hanau am Dienstag gegen einen 23-jährigen Rumänen verhängt hat. Weil er sich schlecht bezahlt fühlte, war der Stallbursche auf einem Reiterhof in Schöneck (Main-Kinzig) mit seiner Chefin immer wieder in Streit geraten.

Es sollte wie ein Selbstmord aussehen

Schließlich beschloss er, dass die 51-Jährige sterben solle. Am 10. September 2018 ging er unter einem Vorwand in ihr Wohnhaus, legte ihr ein Seil um den Hals und erdrosselte sie. Dann knüpfte er sie an einem Treppengeländer auf, um es wie einen Selbstmord aussehen zu lassen.

All das hatte der Monate später in Österreich verhaftete Angeklagte in Vernehmungen gestanden. Vor Gericht wiederholte er sein Geständnis. Dabei war er immer wieder in Tränen ausgebrochen.

Gericht sieht heimtückisches Vorgehen

Nach Überzeugung des Vorsitzenden Richters nutzte der Täter die Arg- und Wehrlosigkeit seines Opfers aus. Das Mordmerkmal der Heimtücke war demnach erfüllt. Eine besondere Schwere der Schuld wurde nicht festgestellt. Der Verurteilte könnte also nach 15 Jahren freikommen.

Das Urteil entspricht der Forderung von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Die Tochter der Getöteten hatte als Nebenklägerin an dem Prozess teilgenommen. Die Verteidigung kündigte Revision an. Sie will eine Verurteilung wegen Totschlags erreichen und hatte auf eine Haftstrafe von unter zehn Jahren plädiert.

Sendung: hr-iNFO, 17.09.2019, 18.00 Uhr