Heißluftballon
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Beim Landen ist ein mit vier Personen besetzter Heißluftballon in Mittelhessen zu nah an eine 20.000-Volt-Stromleitung geraten. Ein Lichtblitz erfasste das Luftfahrzeug. In einigen Ortschaften fiel daraufhin der Strom aus.

Für einen ausgedehnten Stromausfall sorgte am Freitagabend die missglückte Landung eines Heißluftballons nahe Steffenberg (Marburg-Biedenkopf). Bei der Landeanfahrt kurz nach 21 Uhr wurde das Luftfahrzeug von einer Windböe erfasst und in Richtung einer Stromleitung gedrückt, wie die Polizei berichtete.

Dabei sprang ein Lichtblitz aus der 20.000-Volt-Leitung auf den Ballon über und brannte mehrere Löcher in dessen Hülle. Dem Ballonfahrer gelang es, aus gut 20 Metern Höhe noch sicher notzulanden.

Telefone liefen heiß

Kurz darauf gingen bei der Polizei zahlreiche Anrufe über einen Stromausfall ein. Das Telefon habe kaum noch stillgestanden, berichteten die Beamten. Betroffen waren demnach die Steffenberger Ortsteile Steinperf, Niedereisenhausen und Obereisenhausen sowie die zu Bad Endbach gehörenden Ortschaften Hülshof, Dernbach, Bottenhof und Wommelshausen.

Knapp 6.000 Anwohner waren von dem Ausfall betroffen, wie ein Sprecher des Versorgers EnergieNetz hessenschau.de sagte. Gegen 21.45 Uhr sei die Stromversorgung wieder hergestellt gewesen.

"Unglaubliches Glück gehabt"

Unterdessen traf eine Polizeistreife den 66-jährigen Ballonfahrer und seine drei Passagiere im Alter von 52 bis 70 Jahren an einer Landstraße zwischen Obereisenhausen und Steinperf an. Alle waren unverletzt. Den Ballon hatten sie bereits vollständig verpackt.

"Sie haben unglaubliches Glück gehabt", sagte ein Polizeisprecher. "Man mag sich gar nicht ausmalen, was da hätte passieren können." Ob durch den Luftfahrtunfall neben dem zerstörten Ballon weitere Schäden entstanden sind, muss noch ermittelt werden.

Sendung: hr-iNFO, 14.07.2018, 11.30 Uhr