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Audioseite Hausboot fängt Feuer - Mann stirbt bei Südafrika-Reise

Das brennende Luxus-Hausboot auf dem Jozini See in KwaZulu Natal Südafrika.

Während einer Hausboot-Fahrt auf einem See in Südafrika bricht ein Brand aus, ein Frankfurter ertrinkt, als er sich vor explodierenden Tanks ins Wasser retten will. Sein Sohn überlebt - verliert aber neben seinem Vater auch sämtliches Hab und Gut.

"Die letzten 48 Stunden waren die schlimmsten unseres Lebens", schreibt Alexander Mirschel auf Facebook. Er, sein Bruder und zwei Freunde hätten mit letzten Kräften überlebt, Mirschels aus Frankfurt stammender Vater ist gestorben. Ertrunken, nachdem das Hausboot der Reisegruppe auf einem See in Südafrika am vergangenen Wochenende in Brand geraten war.

Mirschel bittet in seinem emotionalen Post um Unterstützung. Alles, was sie an Gepäck, Ausrüstung und Papieren mit auf die Reise genommen hätten, sei im Boot verbrannt. Ausweise, Klamotten, Handys und Geld. "Wir haben nun einen Tag voller Vernehmungen mit Polizei und Marine hinter uns", schreibt Mirschel, der eigenen Angaben zufolge einen "Luxus-Reiseblog" betreibt, den er in Anlehnung an einen Frankfurter Stadtteil "Niedblog" nannte.

Südafrikanische Behörden ermitteln

In "notdürftigen Fetzen" sitze die Gruppe in einem unversicherten Mietwagen ohne Mietvertrag und bahne sich ihren Weg in die deutsche Botschaft nach Pretoria, um anschließen zu versuchen, die achtstündige Autofahrt nach Richards Bay zu schaffen, wo der verstorbene Vater obduziert werde, schildert der Überlebende des Hausboot-Brands.

Die südafrikanischen Behörden haben zudem detaillierte Untersuchungen eingeleitet, sagte ein Sprecher der der Südafrikanischen Behörde für Sicherheit im Seeverkehr (SAMSA) der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Man ermittle "den Grund und die dahinter liegenden Ursachen" des Brandes, der am Sonntag während einer zweitägigen Kreuzfahrt auf dem Jozini-See in der östlichen Provinz KwaZulu-Natal ausgebrochen war.

Explodierende Gastanks

Den Angaben von Mirschel und SAMSA zufolge ist ein südafrikanisches Besatzungsmitglied ebenfalls bei dem Brand gestorben; ein weiterer Südafrikaner werde weiterhin vermisst. Das Boot befand sich demnach mit seinen fünf deutschen Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern am Sonntag auf See, als schwarze Rauchwolken aus dem Motorraum aufstiegen.

Das Feuer habe sich aufgrund starker Winde schnell ausgebreitet und Passagiere sowie Besatzung gezwungen, das Schiff trotz hohen Wellengangs zu verlassen. "Da die Gastanks an Bord explodierten, suchten wir alle panisch das Weite, kämpfend gegen hohe Wellen und eine starke Unterströmung sowie die Gewissheit, Krokodile im See zu haben", schreibt Mirschel.

Jegliche Reanimation kam zu spät

Sein Vater habe dabei so unter Schock gestanden, dass er nicht eigenständig habe kämpfen können. Er habe ihn zwar erreicht, ihn aber nicht alleine über Wasser halten können, so Mirschel. Er habe seine Freunde zu Hilfe gerufen und sei abgetrieben. "Als ich mit meinem eigenen Leben abschloss, kam neue Energie uns irgendwie zu retten, und ich schaffte den Weg an Land." Seine Freunde hätten den Vater da bereits zu nahen Felsklippen geschleppt, aber jegliche Reanimation sei zu spät gekommen.

Mirschel wirft dem Reiseveranstalter nun Fahrlässigkeit vor. In einem Brief an die Behörden schreibt er, das Boot habe bereits zu Beginn der Fahrt ein Motorenproblem gehabt; ein Mechaniker sei später an Bord gekommen, um es zu lösen. Der 35-Jährige berichtet von mehreren Nachfragen bei der Besatzung, ob alles in Ordnung sei - was diese stets bestätigt habe.

Doch sowohl die technische Ausstattung des Bootes als auch der Umgang der Besatzung mit der Gefahrensituation seien "falsch in so vieler Hinsicht" gewesen.

Reiseveranstalter weist Vorwürfe von sich

Nach Angaben der Eigentümerin des Reiseveranstalters Shayamanzi, Kim Blevin, sei das Hausboot regelmäßig "von Bug bis Heck" gewartet worden. Die Papiere des Hausboots seien auf dem neusten Stand gewesen, so Blevin.

All das dürfte nun Gegenstand der Untersuchungen zu dem tragischen Unglück sein. Alexander Mirschel und seine Freunde, die weitestgehend unverletzt aus Brand und Wasser davon gekommen seien, zögen nun ihre Kraft aus dem Wunsch, sich sicher und den Leichnam des toten Vaters "ehrenvoll nach Hause zu bringen", schreibt Mirschel.