Die auf früheren Militärflächen lebenden Wildpferde in Hessen sollen eine weitere Gruppe bekommen: Der Bundesforst wird einen weiteren Standort auf dem ehemaligen US-Militärgelände im südhessischen Münster hinzunehmen.

Die Eröffnung ist für das kommende Jahr vorgesehen. Planungen gibt es auch für eine sechste Gruppe in Erlensee (Main-Kinzig-Kreis), wie der Leiter des Bundesforstbetriebs Schwarzenborn, Christoph Goebel, auf Anfrage sagte. In Hessen wurde vor bald zehn Jahren die erste Zuchtgruppe angesiedelt.

Bei den Tieren handelt es sich um Przewalski-Pferde. Sie sind eigentlich in Zentralasien beheimatet. Benannt sind sie nach ihrem Entdecker, dem russischen Forscher Nikolaj Przewalski. Zeitweise galten sie als fast ausgestorben. Heute umfasst der Bestand durch Zucht wieder weltweit rund 2.400 Tiere. Przewalskis sind etwa so groß wie Ponys (1,40 Meter) und sehr widerstandsfähig.

Im September 2009 wurden die ersten Stuten auf das ehemalige US-Militärgelände Campo Pond nach Hanau gebracht. Danach kamen weitere Standorte in hinzu. Auch in Gießen, Babenhausen (Darmstadt-Dieburg) und in Schweinheim, kurz hinter der hessisch-bayerischen Landesgrenze bei Aschaffenburg, gibt es Wildpferde-Gruppen.

An den Standorten, allesamt ehemalige Militärgelände, leben rund 40 Tiere. Sie tragen als sehr genügsame Landschaftspfleger dazu bei, dass die Areale nicht zuwuchern.