Ein Feuerwehrmann versucht ein Feuer in Griechenland zu löschen.

Ein Ende der Waldbrände am Mittelmeer ist nicht in Sicht. Hessen entsendet nun zahlreiche Katastrophenhelfer nach Griechenland, die beim Löschen helfen sollen.

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Seit Tagen brennt es in Griechenlands Wäldern lichterloh: Vor allem auf der Halbinsel Peloponnes und auf der Insel Euböa kämpften am Samstag zahlreiche Menschen mit Gartenschläuchen und Plastikeimern gegen die Flammen, weil die Feuerwehr nicht an allen Fronten gleichzeitig sein kann.

Für Entlastung sollen in der kommenden Woche auch hessische Katastrophenhelferinnen und -helfer sorgen. Wie das Innenministerium am Samstag ankündigte, entsendet das Land 164 Einsatzkräfte nach Griechenland. Hessen reagiere damit auf ein Hilfeersuchen der griechischen Regierung, teilte das Ministerium weiter mit.

Beuth: "Dramatische Lage"

"Die Lage in Griechenland ist dramatisch", sagte Innenminister Peter Beuth (CDU). Tausende Menschen hätten vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden müssen. Die Helfer würden deshalb so schnell wie möglich nach Griechenland aufbrechen, kündigte Beuth an.

Ein hessisches Vorauskommando werde am Montag ins Brandgebiet fliegen und den Einsatz vorbereiten. Die restlichen Helferinnen und Helfer sollen ebenfalls zu Wochenbeginn aufbrechen. "Es starten Einheiten hier aus Hessen nach Griechenland in den Raum Athen", sagte Ralf Ackermann, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen am Sonntag.

Die Einsatzkräfte habe man innerhalb kurzer Zeit zusammenstellen können. Ackermann rechnet mit einem anspruchsvollen Einsatz: "Die Kraft des Feuers, das ist aufgrund der Vegetation, ganz anders wie wir das in Deutschland kennen." Das Feuer springe teilweise von Baum zu Baum.

Zehn Löschfahrzeuge

Die hessischen Einsatzkräfte kommen nach Angaben des Innenministeriums aus Frankfurt, Wiesbaden sowie den Kreisen Darmstadt-Dieburg, Offenbach, Wetterau, Main-Kinzig und Odenwald. Neben Feuerwehrleuten seien Sanitäter und Logistiker dabei. Sie sollen auch zehn geländegängige Tanklöschfahrzeuge mitnehmen, die besonders zur Bekämpfung von Waldbränden geeignet sind.

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Deutschland habe zusätzlich angeboten, die Waldbrandbekämpfung mit Hubschraubern zu unterstützen, hieß es aus dem Bundesinnenministerium. Ob Griechenland diese Unterstützung anfordern werde, sei derzeit noch unklar.

"Ich bin froh, dass wir unseren europäischen Partnern in der Not beistehen können", sagte Hessens Europaministerin Lucia Puttrich (CDU). "Das zeigt, dass uns Europäer mehr als nur Verträge verbinden. In der Not halten wir zusammen."

Andere Länder waren schneller

Der Einsatz soll zunächst zwei Wochen dauern. Die Kosten trägt der Bund, die Transportkosten übernimmt die EU. Neben den 164 hessischen Einsatzkräften werden aus Deutschland 50 Katastrophenschützer aus Bonn sowie Kräfte des Technischen Hilfswerks nach Griechenland entsendet.

Oppositionsparteien im Bundestag hatten kritisiert, dass Deutschland angesichts zahlreicher Waldbrände bisher keine Hilfe nach Griechenland geschickt hat. Zahlreiche EU- und andere europäische Staaten hatten bereits etwa Löschhubschrauber für den Kampf gegen die Flammen nach Griechenland geschickt.

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