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Audioseite Islamismus-Razzia in mehreren hessischen Städten

Polizei-Razzia

Mehr als 100 Polizisten haben die Räume mutmaßlicher IS-Unterstützer in sechs hessischen Städten durchsucht. Der Vorwurf: Finanzierung von Terrorismus und Vorbereitung eines Anschlags.

Razzia gegen mutmaßliche Unterstützer des terroristischen Islamischen Staats (IS): Am Mittwochmorgen haben Beamte des Landeskriminalamts (LKA) und der Polizei zahlreiche Gebäude in Hessen durchsucht, wie das LKA mitteilte. Im Visier der Ermittler standen die Räume von insgesamt 13 Beschuldigten aus Dietzhölztal, Haiger, Eschenburg (alle Lahn-Dill), Darmstadt, Kassel und Lollar (Gießen). In Lollar gab es nach hr-Informationen eine Festnahme.

Federführend beteiligt war die Frankfurter Staatsanwaltschaft. Im Einsatz waren Beamte aller hessischen Polizeipräsidien mit Ausnahme von Frankfurt - insgesamt eine niedrige dreistellige Zahl, wie das LKA mitteilte. Sie beschlagnahmten zahlreiche Beweismittel, darunter Bargeld sowie Datenträger, die nun ausgewertet werden.

Spenden für den IS und Anschlagsvorbereitung

Der Vorwurf wiegt nach Auskunft der Frankfurter Oberstaatsanwältin Nadja Niesen schwer: Es gehe um Terrorismusfinanzierung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, sagte sie dem hr. Wie weit mögliche Anschlagsplanungen vorangeschritten waren, dazu gab es keine Informationen. Eine konkrete Bedrohungslage, so das LKA, habe nicht vorgelegen.

Demnach gab es zehn Durchsuchungsbeschlüsse gegen zwei Frauen und acht Männer im Alter von 20 bis 51 Jahren mit deutscher, afghanischer, kosovarischer und türkischer Staatsangehörigkeit. Vier von ihnen sollen dem IS in Syrien Spenden überwiesen haben. Der IS gilt nach den Kriterien des Bundesinnenministeriums als terroristische Vereinigung im Ausland. Ein Beschuldigter soll sich an den Planungen einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat beteiligt haben.

Beuth: Gefahr durch islamistischen Terrorismus ungebrochen

Im Fall der übrigen drei Beschuldigten gingen die Durchsuchungen auf Ermittlungen der Bundesanwaltschaft zurück. Einer der Betroffenen befand sich am Mittwoch in der Schweiz, hier führte die Schweizer Polizei die Durchsuchungen. Haftbefehle hätten in keinem der Fälle vorgelegen, sagte Oberstaatsanwältin Niesen.

"Die Gefahr durch den internationalen islamistischen Terrorismus ist ungebrochen", sagte Innenminister Peter Beuth (CDU). Mit den Durchsuchungsmaßnahmen sei den Ermittlern ein wichtiger Schlag gegen die Terrorismus-Finanzierung und Unterstützung des IS gelungen.

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