Polizeieinsatz

40 Durchsuchungen bundesweit, 43 Verdächtige, 15 von ihnen hinter Gittern. Mittelhessische Fahnder haben eine Bande zerschlagen, die Drogen "im Zentnerbereich" in Umlauf gebracht haben soll. Mehrere hunderttausend Euro wurden beschlagnahmt - und ein Ferrari.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Großrazzia in Mittelhessen

Hanf-Pflanzen
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Es war eine Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft Gießen, Polizeipräsidium Mittelhessen und Steuerfahndung Wetzlar: Sie führen nun Ermittlungsverfahren gegen 43 Personen. Der Jüngste ist 19, der Älteste 74 Jahre alt. Die Verdächtigten sollen ein bandenmäßig organisiertes Netzwerk gebildet haben. Zweck: Der Verkauf von Drogen in Mittelhessen und dem Rhein-Main-Gebiet.

Bundesweit hatten die Ermittler am Montag zugeschlagen: Vor allem in Mittelhessen durchsuchten sie nach eigenen Angaben mehr als 40 Objekte. Beamte vollstreckten gegen acht Personen Haftbefehle wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr. Weitere sieben Verdächtige wurden vorläufig festgenommen. Gegen sie sollen Haftbefehle erwirkt werden.

Aus Spanien und den Niederlanden importiert

Nach den bisherigen Ermittlungen besteht der Verdacht, dass die Bande über die vergangenen fünf Jahre hinweg Cannabis im Zentnerbereich und sowie Kokain und Amphetamin im Kilobereich aus dem europäischen Ausland eingeführt und gewinnbringend weiterveräußert hat. Die Drogen stammten demnach vor allem aus Spanien und den Niederlanden.

Bei den Durchsuchungen wurden zwei Cannabisplantagen entdeckt - eine in Ronneburg (Main-Kinzig), eine in Mecklenburg-Vorpommern. Gefunden wurden außerdem: umfangreiches Equipment zur Aufzucht von Cannabispflanzen, eine Maschinenpistole, Marihuana, Amphetamin und Ecstasy im dreistelligen Grammbereich sowie Kokain im zweistelligen Grammbereich aufgefunden.

Drogengelder selbst gewaschen

Die Fahnder stellten Summen im hohen sechsstelligen Bereich auf entsprechenden Konten sicher, dazu rund 250.000 Euro Bargeld. Hinzu kamen ein Boot, hochwertiger Schmuck und ein Ferrari-Sportwagen. Noch auszuwerten sind nach Polizeiangaben Unterlagen, Smartphones und sonstige EDV-Geräte.

Einigen der Beschuldigten wird im Zusammenhang mit durch Drogenhandel erwirtschaftetem Vermögen Geldwäsche vorgeworfen.

Sendung: hr-iNFO, 11.11.2019, 16 Uhr