Python Skelett

Seit Jahrzehnten sind das Darmstädter Landesmuseum und das Frankfurter Senckenbergmuseum in Besitz der ältesten Python-Fossilien der Welt - ohne es zu ahnen. Eine Untersuchung brachte das überraschende Ergebnis: Die Tiere lebten hier vor etwa 47 Millionen Jahren.

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Weltweit älteste Pythons aus Grube Messel
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Vor über 30 Jahren entdeckten Forscher vier versteinerte Schlangen im Schiefer der Grube Messel, seitdem befinden sich die Python-Fossilien in den Sammlungen des Darmstädter Landesmuseums und des Frankfurter Senckenbergmuseums. Beide Museen ahnten jahrzehntelang nicht, welche Schätze da in ihren Kammern schlummern: Erst jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, dass es sich bei vier Schlangenfossilien aus der Grube Messel um die weltweit ältesten bekannten Python-Funde handelt.

Die Ur-Pythons wurden bereits Mitte der 1980er Jahre in dem Weltnaturerbe nahe Darmstadt ausgegraben. Zusammen mit seinem Kollegen Hussam Zaher von der Universität in São Paulo hat Senckenberg-Wissenschaftler Krister Smith jetzt entdeckt, dass die Schlangen etwa 47 Millionen Jahre alt sind und es sich somit um die ältesten bekannten Funde handelt. Das teilte das Senckenberg Forschungsinstitut am Mittwoch mit.

Ergebnis eine Überraschung

Das Ergebnis war für alle Beteiligten eine Überraschung. "Das haben wir vorher nicht geahnt", sagte eine Sprecherin des Instituts hessenschau.de. Allerdings sei es in der Forschung keine Seltenheit, dass neue wissenschaftliche Methoden auch neue Erkenntnisse bringen.

Pythonschlangen zählen mit Längen von über sechs Metern zu den größten Schlangen der Welt. Heute findet man Arten dieser Riesenschlangen vorwiegend in Afrika, Süd- und Südostasien sowie in Australien. "Wo die Pythons ihren evolutionären Ursprung haben, war bislang unklar. Der Fund der neuen Pythonart in der Grube Messel ist daher ein sehr wichtiger Beleg für deren Evolutionsgeschichte", erklärt Smith.

Pythons haben sich in Europa entwickelt

"Zur Zeit des Eozäns, also vor etwa 47 Millionen Jahren, gab es diese Schlangen demnach schon in Europa. Unsere Analysen zeigen, dass sie sich auch hier entwickelt haben", ergänzt der Frankfurter Paläontologe. Als das globale Klima nach dem Miozän - vor etwa fünf Millionen Jahren - wieder abkühlte, verschwanden die Pythons laut Smith aus Europa.

Schlangen nicht ausgestellt

Wer gerne einmal einen Blick auf die Sensations-Fossilien werfen möchte, wird allerdings enttäuscht. Weder in Darmstadt noch in Frankfurt sind die Ur-Pythons für die Öffentlichkeit zugänglich. Sie sind in beiden Häusern Teil der Forschungs-Sammlung und nicht in den Museen ausgestellt.

Benannt wurde die neue Pythonart Messelopython freyi nach dem Paläontologen Eberhard Frey vom Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe. "Mit der Benennung der neuen Art wollen wir ihn für seine Leistungen auf dem Feld der Paläontologie ehren", begründet Smith die Namensgebung. Die Studie erscheint am Mittwoch im Fachjournal "Biology Letters".