Tiefstehende Sonne in einer Wolkenlücke über Bleichenbach

Die Sonnenstunden sind vorerst gezählt: Nach einem frühsommerlichen April kündigt sich ein Wetterumschwung an. In einigen Orten könnte es zu einer späten Premiere in diesem Monat kommen.

Der April 2020 wird nicht nur wegen der Corona-Krise, sondern auch aus meteorologischer Sicht in die Geschichtsbücher eingehen. Während der Lockdown die Stimmung deutlich eintrübte, zeigte sich das Wetter in Hessen von seiner freundlichsten Seite: Sonne satt, frühsommerliche Temperaturen, dazu kaum Regen, noch nicht mal nennenswert Wolken. So lautet die vorläufige Bilanz des eigentlich als launisch bekannten Frühlingsmonats.

Umschwung am Dienstag

Daran wird auch eine Wetteränderung zu Beginn der neuen Woche nicht mehr viel ändern. Nach einem größtenteils nochmal makellosen Montag mit Sonnenschein und bis zu 25 Grad klingt der April wechselhaft aus. Ab Dienstag wird es unbeständig mit Wolken und - tatsächlich - Schauern und Gewittern.

"Die Chance ist da, dass es einige Regionen flächendeckend abbekommen", erklärt hr-Meteorologe Rainer Behrendt. Die Temperaturen sinken im Laufe der Woche allmählich unter die 20-Grad-Marke. "Man wird es schon merken", sagt Behrendt zum bevorstehenden Umschwung. Wie lange dieser anhalte, lasse sich aber noch nicht sagen.

270 Stunden Sonnenschein

Für die Natur und die Bauern kommt der Regen gerade recht. Nach einem sehr nassen Winter ist das Wasser von oben schon seit Mitte März wie abgedreht. Im April regnete es hessenweit im Schnitt gerade mal 4,2 Liter pro Quadratmeter. Normal seien 50 Liter, sagt Wetterexperte Behrendt. An den Messstationen in Grebenhain (Vogelsberg) und Bad Soden-Salmünster (Main-Kinzig) wurde überhaupt kein Niederschlag gemessen. Das könnte sich nun ab Dienstag ändern. "Noch trockener war nur der April 2007", erinnert sich Behrendt.

Rekordverdächtig ist in diesem Zusammenhang auch die bisherige Sonnenscheindauer. Kurz vor Monatsende liegt diese bereits bei einem landesweiten Mittelwert von 270 Stunden und damit bei 170 Prozent eines durchschnittlichen Aprils. Die Durchschnittstemperatur erreichte zwei Grad mehr als im langjährigen Mittel. "Die Tage waren deutlich zu warm", so Behrendt. Die kalten Nächte hätten einen noch höheren Anstieg der Durchschnittstemperatur verhindert.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschauwetter, 26.04.2020, 19.58 Uhr