absperrung-luebcke
Möglicherweise floh der Täter über dieses Feld. Bild © Lena Kesting / hr

Der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke gibt der Polizei Rätsel auf. Nach der Spurensuche rund um den Tatort hoffen die Ermittler immerhin auf einen Ansatz: Der Täter könnte durch ein Feld gekommen oder geflohen sein.

Videobeitrag
hsk1645

Video

zum Video Spurensuche nach Tod von Walter Lübcke

Ende des Videobeitrags

Rasenmäher gehören nicht zu den klassischen Werkzeugen der Polizei. Bei den Ermittlungen im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke kommt ihnen jedoch eine besondere Bedeutung zu.

Am Freitag ließ die Polizei ein Feld, das an den Tatort - das Wohnhaus des Getöteten in Wolfhagen-Istha - angrenzt abmähen. Anschließend wurde das Gelände, das so groß ist wie zwei Fußballfelder, mit Metalldetektoren abgesucht.

Mögliche Spuren im Feld

Nach hr-Informationen soll die Besatzung eine Polizeihubschraubers beim Überflug Spuren entdeckt haben, die darauf hindeuten, dass sich unlängst jemand durch das Feld bewegt hat. Ob auf das Haus zu oder davon weg ist unklar. Die Ermittler überprüfen nun, ob der oder die Täter bei ihrem Gang durch das Feld, weitere Spuren hinterlassen haben.

Audiobeitrag
startbild-spusi-luebcke-audio

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Spurensuche im Feld

Ende des Audiobeitrags

Lübcke war in der Nacht auf Sonntag auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha nahe Kassel mit einer Schusswunde am Kopf entdeckt worden. Die Obduktion ergab, dass der Politiker mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe getötet worden war.

Täter und Motiv sind weiterhin unklar. "Noch gibt es keine heiße Spur", betonte Dirk Hintermeier, Pressesprecher des LKA, gegenüber dem hr.

Wohnhaus soll freigegeben werden

In der Vergangenheit war Lübcke aufgrund seiner liberalen Haltung in Sachen Flüchtlingspolitik Ziel rechter Hetzkampagnen und zahlreicher Beleidigungen und Bedrohungen. Das LKA hatte Anfang dieser Woche erklärt, dass bislang keine Erkenntnisse über einen möglichen Zusammenhang zwischen solchen Drohungen und der Tat von Sonntag vorliegen.

Das Wohnhaus der Familie Lübcke sollte am Freitagabend oder Samstagmorgen von der Polizei wieder freigegeben werden. Die Familie richtete am Freitagabend in der HNA einen Appell an die Medien mit der Bitte um Abstand und Zeit zum Trauern.

hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 07.06.2019, 16.45 Uhr