Feldbrand bei Grävenwiesbach

Die aktuellen Entwicklungen und Wissenswertes zur neuen Hitzewelle finden Sie in unserem Ticker.

+++ Einzelne Regionalbahnen fallen wegen Hitze aus +++

"Hitzebedingte Störungen" oder "technische Störung am Zug" - die hohen Temperaturen sorgen auch bei der Bahn für kurzfristige Fahrtausfälle. Für die Regionalbahn 46 auf dem Weg nach Gießen war in Gelnhausen Schluss. Auch der Zug nach Fulda gab wegen überlasteter Klimaanlage auf. Für Samstag kündigt der RMV den Ausfall mehrerer Fahrten zwischen Bad Homburg und Grävenwiesbach an.

Fahrgäste auf dem Bahnhof in Gelnhausen vor ihrer Regionalbahn.

+++ Feldbrand bei Grävenwiesbach - Weiher geräumt +++

Wegen eines Feldbrandes bei Grävenwiesbach (Hochtaunus) musste die B456 zwischen Grävenwiesbach-Hundstadt und dem Abzweig Eschbach am Freitag für Stunden gesperrt werden. Ein Mähdrescher und ein Feldstück waren dort in Brand geraten. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten.

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Feldbrand bei Grävenwiesbach
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Auch die Taunusbahn konnte in dem Bereich nicht fahren. Der Hattsteinweiher im benachbarten Usingen wurde geräumt, damit die Einsatzkräfte Löschwasser entnehmen konnten. Nach Polizeiangaben hatte die Feuerwehr am frühen Abend den Brand unter Kontrolle. Der Mähdrescher wurde zerstört, 16 ha Getreide und 80 Quadratmeter Raps gerieten in Brand. Der Schaden wird auf 200.000 Euro geschätzt.

Im Limburger Stadtteil Offheim brannte ein etwa 2.000 Quadratmeter großes Feld. Brandursache war vermutlich eine defekte Strohpresse. Auch aus Lampertheim (Bergstraße) wurde ein Feldbrand gemeldet. Am Feldberg brannten etwa 400 Quadratmeter Wald. Zahlreiche Feuerwehren waren im Einsatz.

+++ Frankfurt auch nachts heißes Pflaster +++

Frankfurt kann sich seit Freitag gleich doppelt als das heißeste Pflaster Hessens bezeichnen. Am Donnerstag wurde an der Messstation im Frankfurter Westend ein neuer hessischer Hitzerekord von 40,2 Grad verzeichnet. Und auch die Nacht zum Freitag kam ausgesprochen hochtemperiert daher, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte.

"Frankfurt hat mit 25,7 Grad den Rekord für das Rhein-Main-Gebiet geknackt", sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. Das war die heißeste Nacht im Rhein-Main-Gebiet seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Meteorologen definieren einen Sommertag mit einer Temperatur von mindestens 25 Grad. Wohlgemerkt: Die 25,7 in Frankfurt waren der nächtliche Tiefstwert.

+++ Tief "Vincent" kühlt Hessen runter +++

Am Wochenende ist das Ende der aktuellen Hitzewelle in Sicht. Am Freitag erwartete der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Hessen nochmals bis zu 39 Grad, aber dann geht's klar nach unten. Der Grund für den Umschwung: Hoch "Yvonne" wandert nach Skandinavien ab und macht Platz für das Tiefdruckgebiet "Vincent". Das bringt statt Sahara-Hitze feuchte und etwas kühlere Atlantikluft. Schon am Samstag wird es in Hessen nur noch maximal 31 Grad warm.

Am Sonntag fällt die Temperatur dann auf erträglich 27 Grad, wobei es - anders als sonst - im Norden wärmer wird als im Süden. Wenn feuchte Luft eindringt, steigt das Gewitterrisiko. Schon am Samstag sind vor allem in Südhessen kräftige Schauer oder Gewitter möglich - inklusive Hagel. Auch am Sonntag wird es nass. Vom Regenschauer bis zum heftigen Regen und Überflutungen ist alles drin.

+++ Kassel verbietet offenes Feuer in Parkanlagen +++

In Kassel darf in allen städtischen Park- und Grünanlagen sowie auf den städtischen Grillplätzen kein offenes Feuer gemacht werden. Trockenheit und die damit verbundene Brandgefahr machen das Verbot nötig, teilte die Stadt am Freitag mit. Die Grünflächen seien großflächig vertrocknet. Bei offenem Feuer bestehe die Gefahr eines Flächenbrandes. Die Verfügung gilt bis Samstag, 31. August. Verstöße können Verwarnungen ab 35 Euro bis hin zu Bußgeldern in Höhe von 5.000 Euro nach sich ziehen.

+++ Ab in die kühle Brunnenkammer +++

Ein Tipp für eine Abkühlung gefällig? hr-Reporterin Anne-Katrin Hochstrat ist in eine Brunnenkammer in Gelnhausen hinuntergestiegen. Davon hat Gelnhausen einige, sogenannte Borne. Der "Steinborn" hat drei Quellen und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Er ist mit Führungen begehbar - und angenehm kühl.

Brunnenkammer Gelnhausen

+++ Ministerin: "Keine Tiertransporte bei Hitze" +++

Tiertransporte bei großer Hitze sind nicht erlaubt - Agrarministerin Julia Klöckner hat die Bundesländer ermahnt, sich an diese Regelung zu halten. "Das ist weder zumutbar für die Tiere noch rechtlich erlaubt", teilte die CDU-Politikerin am Freitag mit. Am Vortag hatte die Polizei in Gießen mitgeteilt, dass etwa 500 Hühner bei einem Tiertransport gestorben seien - sie waren demnach bei 34 Grad nicht mit Wasser versorgt worden, der Transporter war nicht gekühlt.

Der Transporter mit knapp 4.500 Hühnern war am Mittwochmorgen in Frankreich gestartet, die Tiere sollten zum Schlachten nach Polen gebracht werden. "Es ist ein Skandal, dass der Tierschutz hier so massiv ignoriert wurde", sagte Klöckner.

+++ Unfallgefahr durch frühere Brunftzeit +++

Ein Reh am Straßenrand.

Vor einem erhöhten Unfallrisiko mit Rehwild hat das Regierungspräsidium Kassel die hessischen Auto- und Motorradfahrer gewarnt. Mit der Hitze des Sommers habe bei den Tieren die Brunftzeit eingesetzt, teilte die Behörde am Freitag mit. Dadurch steige das Risiko von Unfällen mit den Wildtieren. Vor allem in  Waldgebieten, im ländlichen Raum und an Straßen, die zumindest an einer Seite an einen Wald angrenzen, sei Vorsicht geboten.

Während ihrer Brunftrituale überqueren Ricken und Böcke demnach auch vielbefahrene Straßen. Das Regierungspräsidium als Obere Jagdbehörde wies darauf hin, dass immer auch mit nachfolgenden Tieren gerechnet werden muss, wenn ein Tier die Straße quert.

+++ "Ozonalarm" wird 25 +++

Bei diesem Sonnenschein muss man es an vieles denken. Sind die Pflanzen versorgt? Ist noch Sonnencreme da? Steht das Auto im Schatten? An eine Sache wird heute wohl eher nicht mehr gedacht: Wie hoch sind die Ozonwerte? Denn mit der intensiven Sonneneinstrahlung steigen auch die Ozonwerte. Vor 25 Jahren war die Frage nach dem Ozon sehr präsent: In Hessen löste die Landesregierung bundesweit zum ersten Mal den Ozonalarm aus. Aber wie sieht es heute aus? Hier geht es zu unserem Text zu 25-Jahren Ozonalarm.

+++ Barmer-Kasse empfiehlt "Hand anlegen" zum Einschlafen +++

Es ist zu heiß zum Einschlafen? Die Barmer Krankenkasse hat eine heiße Empfehlung: Masturbation. "Wenn du mal wieder nicht schlafen kannst, dann leg einfach mal selbst Hand an oder hol dir ein Spielzeug dazu, dann kommt der Schlaf ganz von alleine - für pulsierende Nächte", heißt es auf der Facebook-Seite der Krankenkasse. Ob vorher Arzt oder Apotheker gefragt werden müssen, wurde nicht bekannt. Ein Barma-Sprecher sagte, dass es sich keinesfalls um ein Fake handele: "Es gibt immer noch Themen, die gerne verschwiegen werden, obwohl sie die allermeisten Menschen betreffen." Sexspielzeug sei aber keine Kassenleistung.

Masturbation

+++ Auch Regenwürmer leiden +++

Was niemand braucht zur Zeit: Dickes Fell in der prallen Sonne. Die Alpakas im Frankfurter Zoo genießen in diesen Tagen eine Freiluftdusche. Aber auch jene unten in der kühlen Erde leiden: Regenwürmern setzt die Hitze zu, sie verkrümeln sich im Erdreich und sparen sich den Weg nach draußen. Die Tiere pausierten in tieferen Erdschichten, erklärte Kathrin Kaltwaßer, Sprecherin des Naturschutzbundes (NABU) Hessen. Das Wetter setze den Tieren zwar zu, sei aber nicht zwangsläufig für Populationsrückgänge verantwortlich. "Solange sie im restlichen Jahr aber noch genügend günstige Tage haben, können sie das verkraften." Trotzdem gelten 40 Prozent der Wurmarten laut NABU als bedroht. Hauptursache sei allerdings der Ackerbau.

Alpaka im Frankfurter Zoo bekommt Wasserdusche

+++ Bis zu 39 Grad am Freitag +++

Auch am Freitag gibt es keine Abkühlung in Hessen: Um kurz vor sieben Uhr waren es in Frankfurt immerhin schon 24 Grad. Die höchsten Temperaturen sind für das Rhein-Main-Gebiet angekündigt: bis zu 39 Grad. Die derzeit "kälteste" Region liegt in Nordhessen, im Raum Korbach sollen es am Freitag "nur" 34 Grad werden. Gegen Abend steigt im südwestlichen Teil von Hessen das Gewitterrisiko - es kann sogar Schauer geben. Am Samstag gehen die Temperaturen leicht runter, für Sonntag sind dann maximal 29 Grad angekündigt. Immerhin 10 Grad kühler als am Freitag.

DONNERSTAG, 25. Juli 2019

+++ Nächster Temperatur-Höchstwert in Frankfurt +++

Bad Nauheim hat den hessischen Hitzerekord soeben verloren: Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind am Donnerstag im Frankfurter Westend 40,2 Grad gemessen worden. Das übertrifft die am Nachmittag in Bad Nauheim gemessenen 40,1 Grad hauchdünn. Der einstige Rekord von 39,6 Grad war 2015 übrigens auch im Westend Frankfurts gemessen worden. Bezogen auf Deutschland hat das niedersächsische Lingen am Donnerstag den Höchstwert erreicht: Dort wurden 42,6 Grad gemessen.

+++ Hohe Ozonkonzentrationen in Hessen +++

In Hessen sind am Donnerstag erneut hohe Ozonkonzentrationen gemessen worden. Nach Angaben des Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) war bis zum Nachmittag an drei Messstationen der Informationsschwellenwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten. In diesem Fall generell muss die Öffentlichkeit informiert werden.

In den kommenden Tagen würden weitere Überschreitungen erwartet, die auch über der Alarmschwelle von 240 Mikrogramm liegen könnten. Grund sei die intensive Sonneneinstrahlung der vergangenen Tage. Ozon kann bei höheren Konzentrationen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Atemwege führen. Vor allem Kindern und Jugendlichen werde vorsorglich empfohlen, anstrengende körperliche Tätigkeiten im Freien zu vermeiden.

+++ Weihnachtsbäume verdorren +++

Für zukünftige Weihnachtsbäume sind die hohen Temperaturen Gift - sie gehen ein. Ein finanzielles Desaster für die Plantagenbetreiber:

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hsk
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+++ Fünf Hektar Feld abgebrannt +++

Im Alsfelder Ortsteil Hattendorf (Vogelsberg) sind am Donnerstag fünf Hektar eines Getreidefelds abgebrannt. Etwa 100 Einsatzkräfte bekämpften das Feuer, das nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr durch eine defekte Heuballenpresse entfacht worden war. Durch den heißen Wind hatten sich die Flammen schnell ausgebreitet.

Brand Hattendorf

Zu einem weiteren Feldbrand kam es am Donnerstag im Alsfelder Stadtteil Berfa. Dort brannte eine Fläche von etwa einem Hektar. Für die Löschaktion pumpte die Feuerwehr einen Gartenpool aus. Bei den beiden Flächenbränden wurde niemand verletzt. Der entstandene Schaden wird auf rund 200.000 Euro geschätzt.

+++ Keine Wasser-Entnahme in Wiesbaden +++

Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt hat es verboten, Wasser aus den Bächen in Wiesbaden, dem Main-Taunus-, Rheingau-Taunus und Hochtaunuskreis zu entnehmen. Ansonsten drohten "empfindliche Strafen", schreibt die Behörde in einer Mitteilung vom Donnerstag.

+++ 500 Hühner verendet +++

Etwa 500 Hühner sind bei einem Tiertransport verendet. Sie seien bei 34 Grad nicht mit Wasser versorgt worden, berichtete die Polizei am Donnerstag in Gießen. Zudem sei der Transporter nicht gekühlt worden. Zeugen hatten die toten Tiere am Mittwochabend in den Käfigen des Lkw auf der A5 bei Pohlheim gesehen und die Polizei alarmiert.

Hunderte Hühner verendeten in einem Transporter auf der A5

Der Transporter mit knapp 4.500 Hühnern an Bord war am Morgen in Frankreich gestartet, die Tiere sollten zum Schlachten nach Polen gebracht werden. Die geretteten Tiere wurden in einen Geflügelbetrieb in Waldsolms gebracht. An dem Tag war wegen der Hitze europaweit der internationale Tiertransport verboten gewesen. 

+++ 40,1 Grad: Hessischer Hitzerekord geknackt +++

Neuer Hitzerekord in Hessen: Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind am Donnerstag um 15 Uhr in Bad Nauheim 40,1 Grad gemessen worden. Damit wurde der 2015 im Frankfurter Westend gemessene bisherige Rekordwert von 39,6 Grad gebrochen, sagte ein Sprecher.

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hs
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+++ Deutscher Hitzerekord schon gebrochen +++

Und die Temperatur steigt weiter: @DWD_presse meldet vorläufigen neuen Temperaturrekord. An der DWD-Station Lingen wurden 41,5°C gemessen.

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Erstmals seit Aufzeichnung der Temperaturmessungen in Deutschland ist die Temperatur über 41 Grad gestiegen, allerdings bislang nicht in Hessen. Nach vorläufigen Messergebnissen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurden am Donnerstagnachmittag im niedersächsischen Lingen 42,0 Grad verzeichnet,wie der DWD am Abend vermeldete.

+++ Grillverbot in Wiesbaden ausgeweitet +++

Die Stadt Wiesbaden weitet wegen der anhaltenden Trockenheit das Grillverbot bis auf weiteres aus. Wie das Grünflächenamt am Donnerstag mitteilte, gilt das Verbot nun auch für die Grillplätze "Alter Friedhof" in der Platter Straße, die Rheinwiesen in Biebrich, den Grillplatz in Frauenstein und die Grillmöglichkeiten in der Grünanlage Lachebrücke in Kastel. "Bestehende Reservierungen gelten weiterhin, Veranstaltungen und gebuchte Feiern dürfen stattfinden. Auf die Nutzung von Grills muss aber leider verzichtet werden", schrieb das Amt. Bislang waren vor allem die Wald-Grillplätze gesperrt.

+++ Fußballgroßes Loch in der Straße +++

Im Hofheimer Ortsteil Langenhain (Main-Taunus) hat die Hitze einer kleinen Straße mächtig zugesetzt: Ein Anwohner entdeckte ein fast fußballgroßes Loch in der Fahrbahn, wie der Radiosender FFH am Donnerstag berichtete. Der Asphalt war durch die Hitze regelrecht weggeflossen, vermutlich weil darunter auch noch ein Hohlraum war. Es dürfte nicht der letzte Schaden an einer Straße in diesem Hitzesommer sein.

+++ Schützenfest-Feuerwerk soll stattfinden +++

Am Freitag beginnt in Fulda das traditionelle Schützen- und Volksfest. Wegen zu großer Trockenheit mussten im vergangenen Jahr die beiden Feuerwerke, die eigentlich Höhepunkte des Festbetriebs sind, abgesagt werden. In diesem Jahr sollen sie nach dem Willen der Veranstalter stattfinden, schreibt das Portal osthessen-news. Allerdings stünden die abschließenden Gespräche mit allen Verantwortlichen noch aus.

Feuerwerk

+++ Kein Sorge um Akkus von E-Autos +++

Apropos Autos: Besitzer von E-Autos müssen übrigens keine Sorge um den Akku ihres Fahrzeugs haben. "Akkus in E-Autos sind mit so genannten Thermo Management Systemen ausgestattet welche die Temperatur der Akkus in einem vorgegeben Rahmen halten. So stellt auch sehr große Hitze keine Gefahr dar. Allerdings ist bei großer Hitze mit einem geringen Kapazitätsverlust zu rechnen", schreibt der Bundesverband eMobilität auf Anfrage.

Handys, Tablets und Notebooks allerdings leiden unter der Hitze, Komponenten wie das Display könnten sogar zerstört werden. Sie sollten auf keinen Fall in der prallen Sonne liegengelassen werden. Hat sich zum Beispiel das Handy zu stark aufgeheizt, sollte es ausgeschaltet und langsam runtergekühlt werden. Mehr Tipps dazu gibt es bei hr-iNFO.

+++ So schnell werden Autos zur Hitzefalle +++

Da man nicht oft genug daran erinnern kann: Lassen Sie bei diesen Temperaturen auf keinen Fall Kinder oder Hunde im Auto, nicht mal für ein paar Minuten. Die Kollegen von hr1 haben zusammengestellt, wie schnell ein Auto zur (tödlichen) Hitzefalle werden kann.

Kinder im Auto

+++ Fast alle Badeseen freigegeben +++

In fast allen Badeseen können sich Hitzegeplagte derzeit etwas Abkühlung verschaffen. Lediglich an vier der insgesamt 61 offiziellen Seen wird vom Baden abgeraten: Am Hattsteinweiher bei Usingen (Hochtaunus) trüben Algen das nasse Vergnügen, an der Grube Prinz von Hessen haben Nilgänse an den Ufern ihren Dreck hinterlassen und am Arheilger Mühlchen (beide Darmstadt) wurde eine hohe Konzentration an Cyanobakterien gemessen, wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden mitteilte.

Am Nieder-Mooser-See (Vogelsberg) riet das zuständige Gesundheitsamt ebenfalls vom Baden ab. Am Wißmarer See nahe Gießen hat das zuständige Gesundheitsamt Hinweistafeln aufgehängt, weil sich im Wasser Blaualgen stark vermehren. Der in diesem Sommer bereits gesperrte Schultheis-Weiher bei Offenbach und der Große Woog in Darmstadt wurden inzwischen wieder freigegeben. Hier eine Übersicht über zehn schöne Badeseen in Hessen. Bei den Kollegen von hr3 finden Sie eine Übersicht über Seen, in denen Hunde (mit-)baden dürfen, und bei hr4 eine Übersicht über Naturschwimmbäder.

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+++ Hitzerekord am Donnerstag? +++

Der landesweite Hitzerekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen könnte am Donnerstag in Hessen geknackt werden. "Man muss damit rechnen, dass heute der Höhepunkt der Hitzewelle erreicht wird", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Besonders große Hitze könne es in den Flussniederungen an Rhein und Main geben. Auch für Freitag rechnet der DWD mit Temperaturen von bis zu 39 Grad. Erst in der Nacht auf Samstag sei mit einer Abkühlung auf 22 bis 16 Grad zu rechnen.

+++ Frühschwimmen im Freibad +++

Die Hitzewelle nähert sich ihrem Höhepunkt. 34 bis 40 Grad sagen die hr-Wetterexperten für Donnerstag voraus. Da hilft eigentlich nur noch das Schwimmbad - und das gerne auch schon früh am Morgen. Im Freibad von Frankfurt-Hausen, das schon um 6.30 Uhr öffnet, war es am Donnerstagmorgen erwartungsgemäß bereits ziemlich voll, wie hr1-Reporterin Waia Stavrianos erlebte. Kurios: Die Außentemperatur war gegen sieben Uhr mit 23 Grad noch geringer als die Wassertemperatur mit 26 Grad. Aber es gibt ja auch kalte Duschen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Reporterin: "Auf jeden Fall angenehmer als irgendwo in der Betonwüste"

Hausener Freibad
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MITTWOCH, 24. Juli 2019

+++ Hessen verfehlt Temperaturrekord +++

In Bad Nauheim (Wetterau) und im Frankfurter Westend wurden am Mittwoch mit 38,4 Grad die höchsten Temperaturen in Hessen gemessen. Die bisherigen Spitzenwerte im Land wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) damit klar verfehlt. Die insgesamt bislang höchsten Werte in Hessen waren am 7. August 2015 an der Messstelle im Frankfurter Westend verzeichnet worden. Dort betrug die Temperatur damals 39,6 Grad. Spitzenreiter im laufenden Jahr war der Frankfurter Flughafen mit einem Wert von 39,3 Grad.

Mit 40,5 Grad wurde außerdem heute in Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) der bisherige deutschlandweite Rekord von 40,3 Grad in Kitzingen (Bayern) vom 5. Juli 2015 übertroffen. Mal sehen, wie lange der neue Rekord Bestand hat.

+++ Temperaturrekorde gefallen +++

40 Grad heute in Deutschland Um 17:20 MESZ meldete die DWD-Wetterstation in Saarbrücken-Burbach 40,0 °C und stellte damit den bisherigen Saarland-Rekord vom 12.8.2003 in Perl-Besch ein. /Fr

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Für Hessen waren am späten Mittwochnachmittag noch keine Werte bekannt, im Saarland und in Rheinland-Pfalz sind bisherige Temperatur-Rekorde gefallen: So wurden in Saarbrücken-Burbach (Saarland) um 17.20 Uhr 40 Grad gemessen, mehr als beim bisherigen Rekort am 12. August 2003.

In Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) war um 16 Uhr mit 39,9 Grad der bisherige Temperaturrekord in Bad Dürkheim mit 39,7 °C vom 5. Juli 2015 leicht übertroffen.

+++ Nachfüll-Stationen für Wasser +++

Apropos Wasser: In Hanau und vielen weiteren Kommunen Hessens muss niemand Durst leiden. Im Stadtgebiet gibt es bereits mehr als 40 Nachfüll-Stationen zur kostenlosen Versorgung mit Trinkwasser. Dort kann man seine mitgebrachte Wasserflasche mit Leitungswasser auffüllen. Dadurch soll Plastikmüll vermieden werden.

Mann trinkt unter sengender Sonne aus einer Wasserflasche

Einige Shops, Cafés und Bars haben sich der Aktion Refill Deutschland angeschlossen. Und auch viele weitere Städte in Hessen sind dabei, unter anderem Frankfurt, Wiesbaden, Kassel und Darmstadt. Zu erkennen sind die kostenlosen Wasserstellen an einem blauen Aufkleber mit der Aufschrift "Refill Station".

+++ "Seniorentankstelle" in Wiesbaden +++

In Wiesbaden gibt es bei einer Agentur eine sogenannte "Seniorentankstelle". An der Wand des Gebäudes in der Innenstadt hängt ein Schild, das älteren Menschen anbietet, in den Räumlichkeiten der Agentur ein Glas Wasser zu bekommen und sich etwas auszuruhen. Mehr dazu gibt es um 18.00 Uhr inder Sendung maintower.

+++ Schwimmbäder länger offen +++

Die Schwimmbadbetreiber sehen sich gut auf den Ansturm während der Hitzetage vorbereitet. In Frankfurt hat das Freibad eine Stunde länger bis 21.00 Uhr geöffnet. Die anderen sechs Bäder können spontan entscheiden, ob sie etwas länger aufbleiben. Auch das Sicherheitspersonal wir nach Angaben der Bäderbetriebe auf Temperaturen und Erfahrungswerten angepasst.

Kinder springen in ein Schwimmbecken

Die Städtischen Werke in Kassel bewältigen mit 400-Eurokräften und Überstunden der Mitarbeiter den Ansturm auf die vier Schwimmbäder. Denn dort gibt es in dieser Saison einen neuen Service: Bei gutem Wetter bleiben die Bäder länger als bis 19.00 Uhr geöffnet, darüber wird im Internet informiert. Um am späten Abend Abkühlung zu schaffen, lädt das Wiesbadener Opelbad am Donnerstag zum Schwimmen bis Mitternacht. «Ab 17.00 Uhr gilt dort ein einheitlicher Eintrittspreis von 5 Euro. Um 23.00 Uhr ist Einlassschluss», erklärte Thomas Baum vom Betreiber Mattiaqua. Das Nachtschwimmen findet in diesem Sommer bereits zum zweiten Mal statt.

+++ Kassel warnt Rentner per Telefon +++

Rentner können sich in Kassel telefonisch vor bevorstehender Hitze warnen lassen. Dazu brauchen sie sich lediglich für das Hitzetelefon "Sonnenschirm" des Seniorenbeirats anmelden. Dessen Mitglieder rufen dann vormittags an und informieren kostenlos über entsprechende Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Derzeit nutzen zwar nur 19 Menschen den Service.

"Angesichts der hohen Temperaturen sind allerdings zusätzliche Anmeldungen zu erwarten", sagte ein Sprecher der Stadt am Mittwoch. Die Hotline gibt es seit dem Jahr 2010. Neben dem Hinweis auf die bevorstehenden Temperaturen geben die Anrufer auch Tipps, wie man sich vor einer zu großen Hitzebelastung schützen kann.

+++ Pflegeheime sollen Bewohner schützen +++

Die Aufsichtsbehörden in Hessen haben von den Pflegeeinrichtungen gefordert, ihre Bewohner und Patienten verstärkt vor Hitze zu schützen. Alte, pflegebedürftige und behinderte Menschen bräuchten jetzt besondere Aufmerksamkeit, teilte das Sozialministerium in Wiesbaden mit. Sozialminister Kai Klose (Grüne) appellierte an Pflegedienste und pflegende Angehörige, bei der häuslichen Pflege auf die hohen Temperaturen zu reagieren.

"Wichtig ist, dass die älteren, pflegebedürftigen Menschen vor allem ausreichend trinken", sagte er. Die hessische Pflege- und Betreuungsaufsicht im Regierungspräsidium Gießen hat für Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Pflegedienste Handlungsempfehlungen für außergewöhnliche Hitzeperioden erarbeitet. Danach sollen Einrichtungen unter anderem mehr Pflegepersonal einsetzen, Wohnräume beschatten oder klimatisieren sowie Mitarbeitern kostenlos Mineralwasser zur Verfügung stellen.

+++ Hitzewarnungen in ganz Hessen +++

In ganz Hessen gelten seit Mittwochvormittag flächendeckend Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Während vor allem im Osten und im Norden die Warnstufe 1 galt, wurde vor allem in Städten und Landkreisen des Rhein-Main-Gebiets bereits für Mittwoch die Warnstufe 2 ausgegeben. Für Donnerstag gab der DWD auch in weiteren Gebieten Hessens die Warnstufe 2 aus, die höchste für Hitzewarnungen. Die Warnungen galten zunächst bis Donnerstagabend.

Die Warnstufe 2 wird ausgerufen, wenn tagsüber extreme Wärmebelastung herrscht. Die sogenannte gefühlte Temperatur liegt dann über 38 Grad. Starke Wärmebelastung und damit die Voraussetzung für die Warnstufe 1 liegt vor, wenn um 14.00 Uhr die gefühlte Temperatur 32 Grad und mehr beträgt. Die vom DWD verwendete gefühlte Temperatur ist nicht mit der Lufttemperatur gleichzusetzen. Für die Wärmebelastung müssen neben der Lufttemperatur die Feuchtigkeit der Luft, der Wind und die UV-Strahlung berücksichtigt werden.

+++ "Abkühlung" am Wochenende? +++

Auch den hr-Meteorologen ist übrigens heiß: Er würde am liebsten im (klimatisierten) Hessischen Rundfunk (hr) übernachten, verrät Wetterexperte Ingo Bertram augenzwinkernd: "Ich habe mich zu spät um eine Klimanalage für zu Hause gekümmert." Wie Rest-Hessen auch muss er bis mindestens Freitag bei bis zu 39, möglicherweise 40 Grad schwitzen. Am Freitag gibt es wieder viel Sonnenschein, es könnten sich aber von Westen her Quellwolken bilden. Lokale Hitzegewitter sind möglich. "Abkühlung" könnte dann das Wochenende bringen: "Bei knapp unter 30 Grad ist es eventuell etwas erträglicher", sagt Bertram.

+++ Aus für Lichtschutzfaktor 10 und 15 +++

Wie die HNA am Mittwoch meldete, nehmen immer mehr Drogeriemärkte und Apotheken in Kassel Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von 10 oder 15 aus dem Sortiment. Das Bewusstsein der Kunden habe sich verändert, heißt es. Die Haut müsse besser geschützt werden, und das mit einem LSF ab dem Faktor 30. Der LSF gibt an, wie viel mal länger man sich mit einem Sonnenschutzmittel der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, als dies mit der jeweils individuellen Eigenschutzzeit möglich wäre.

+++ Hitze-Tipps von hr4-Hörern +++

Sonnenschutz, hingehen, wo es Wasser gibt, viel Trinken. hr4-Hörer geben Hitze-Tipps.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Umfrage: "In der Mittagszeit südländisch Siesta halten"

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+++ Sonnenmilch für Straßenwärter +++

Um Straßenwärtern bei hohen Temperaturen die Arbeit etwas zu erleichtern, stellt die Verkehrsbehörde Hessen Mobil luftigere Warnwesten und eine Kopfbedeckung zur Verfügung. Die Westen haben zur besseren Belüftung viele kleine Löcher, wie der Landesbetrieb auf seiner Internetseite erläutert. Zum Schutz des Kopfes vor UV-Strahlen bekommen die Mitarbeiter einen Sonnenhut gestellt, der auch die Ohren und teilweise den Nacken bedeckt, erläuterte eine Sprecherin in Wiesbaden. Außerdem steht für die Straßenwärter Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 kostenlos bereit.

Kurze Hosen sind aus Sicherheitsgründen verboten. Die Arbeitszeit könne im Sommer in den Meistereien grundsätzlich vorverlegt werden - dann geht es schon um 5 Uhr morgens los und vor der größten Hitze wäre dann Feierabend. Muss zwingend zur Mittagszeit gearbeitet werden, dann darf das Personal häufiger eine Pause einlegen. Straßenwärter kontrollieren unter anderem die Strecken und kümmern sich um kleinere Arbeiten, etwa am Asphalt oder an den Abflüssen, wie die Sprecherin erläuterte.

Sendung: hr-fernsehen, alle wetter!, 26.07.2019, 19.15 Uhr