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Jäger in Hessen versorgen Wildtiere mit Wasser

Fischen und Amphibien fehlt Wasser zum Laichen, Wildschweine finden keine Suhl-Stellen und Vögel müssen weit fliegen, um zu trinken. Die anhaltende Trockenheit gefährdet die heimischen Wildtiere.

Gestresste Vögel, ruhebedürftige Rehe: Auch Wildtiere leiden unter der anhaltenden Trockenheit. Grundsätzlich aber seien sie an extreme Bedingungen angepasst und könnten ihre Aktivität zurückfahren, um ihren Stoffwechsel herabzusetzen, sagte Susanne Steib vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Hessen.

"Die lange Trockenheit macht nahezu allen heimischen Wildtieren zu schaffen", erklärte Markus Stifter vom Landesjagdverband. "Besonders betroffen sind natürlich Amphibien, Vögel, Insekten aber auch unsere großen Säugetiere." Dies betrifft nicht nur das Trinken.

Jäger versorgen Wildtiere mit Wasser

"Insbesondere das Rotwild und die Wildschweine suhlen während der Hitzeperiode mehrmals am Tag. Dies dient häufig auch der Ungezieferabwehr", erläuterte Stifter. Jägerinnen und Jäger versorgten daher in einigen Regionen Hessens die Wildtiere mit Wasser. Im Wald kommen dabei auch große Wasseranhänger zum Einsatz, damit die Suhlen ausreichend befüllt werden können.

Auch kleinere Säugetiere wie Hasen und Kaninchen sowie Feld- und Singvögel leiden unter der Trockenheit. Unter anderem in der Wetterau oder in Wiesbaden befüllen Jäger deshalb täglich kleine Wasserschalen im Feld. Um Gartentieren zu helfen, solle man flache Schalen mit Wasser aufstellen, rät die Wildtierökologin Steib. Denn momentan müssten etwa Vögel lange Strecken in Kauf nehmen, um trinken zu können. "Das stresst die Tiere", sagte sie.

Unken und Kröten haben kaum Fortpflanzungs-Chancen

Ein Blumenuntersetzer sei als Trinkschale ausreichend, am besten versehen mit einem Stein oder einem Stöckchen, so dass auch Insekten landen, trinken und wieder starten könnten. Die Schale solle nicht neben einem Gebüsch stehen, damit sich Katzen nicht anschleichen könnten.

Auch Igel nähmen das Wasser gerne entgegen, sie bräuchten derzeit besonders viel Flüssigkeit, erläuterte Steib. Die Tiere ernährten sich von Schnecken und Würmern, die momentan schwer zu finden seien. Das bringe die nachtaktiven Tiere dazu, auch tagsüber unterwegs zu sein.

Hoch problematisch sei die Trockenheit auch für Fische und Amphibien. Bei letzteren gebe es Arten, die spät laichten, und nun fehle das Wasser für die Kaulquappen. Gelbbauchunke und Kreuzkröte hätten beispielsweise deshalb dieses Jahr kaum Chancen auf Fortpflanzung, sagte Steib.

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