Feuerwehreinsatz im Frankfurter Nordend
Feuerwehreinsatz im Frankfurter Nordend Bild © keutz-tvnews.de

Nahe der historischen Stadtmauer brannte am Samstagabend ein Dachstuhl in Butzbach. 14 Menschen brauchen eine neue Bleibe, wie auch eine Familie nach einem Brand in Echzell am Morgen. Im Frankfurter Nordend verletzte ein Feuer zwei Personen.

Drei größere Brände ereigneten sich am Samstag in Hessen. Verletzt wurden wenige, aber der Schaden ist teilweise sehr hoch.

Butzbach: Brand in der Innenstadt

Gegen 18.50 brach in einem Dachstuhl in der Innenstadt von Butzbach (Wetterau) Feuer aus. Wie die Polizei mitteilte, brannte der Dachstuhl eines Wohngebäudes samt dem Nebenanbau. Gegen 20 Uhr hatten die rund 40 Feuerwehrleute den Brand unter Kontrolle und löschten noch einzelne Glut- und Brandnester. Als Ursache sei ein Kaminbrand möglich, so ein Polizeisprecher.

Aufgrund der zentralen Lage bestand die Gefahr, dass auch die Nebengebäude Feuer fangen. Daher wurden sie vorsorglich geräumt. So wurde niemand bei dem Brand verletzt, allerdings müssen alle 14 Bewohner des Brandhauses vorübergehend anderswo unterkommen. Die Bewohner der Nebengebäude konnten bereits am Abend in ihre Häuser zurückkehren.

Wie der Einsatzleiter der Feuerwehr, Thorsten Lauterbach, dem hr berichtete, wurde der hölzerne Oberlauf der historischen Stadtmauer nebenan bei dem Feuer leicht beschädigt. Auch Bürgermeister Michael Merle (SPD) war vor Ort, um sich ein Bild von dem Schaden zu machen. Die Schadenshöhe war am Abend noch unklar.

Echzell: Familie wird obdachlos

Gegen 5.45 Uhr am frühen Samstagmorgen meldeten Nachbarn eines Wohnhauses in Echzell-Bisses (Wetterau), dass dessen Dachstuhl vollständig in Flammen stehe. Die gesamte Feuerwehr der Gemeinde Echzell rückte aus.

Als die Einsatzkräfte eintrafen, hatte die achtköpfige Familie ihr dreistöckiges Zuhause, wo sie mit drei Generationen lebte, bereits unverletzt verlassen. Die Feuerwehr löschte das Feuer und verhinderte ein Übergreifen auf die Nachbarschaft. Lediglich ein Nebengebäude wurde beschädigt. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf 250.000 Euro.

Ein Hausbewohner hatte offenbar Asche in den Mülltonnen neben dem Haus entsorgt, die noch nicht ganz abgekühlt war. Diese führte vermutlich zum Hausbrand. Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Wie die Flammen von den Mülltonnen zum Dachstuhl übergriffen, ist noch unklar. Brandermittler sollten die genaue Ursache ermitteln. Die obdachlos gewordene Familie wurde zunächst im Dorfgemeinschaftshaus betreut und kam danach bei Verwandten unter.

Frankfurt: Nachbarn wollten sich aus zweitem Stock abseilen

Auch in Frankfurt kam es in der Nacht zu Samstag zu einem folgenschweren Brand. Gegen 1 Uhr wurde der Leitstelle der Feuerwehr ein Wohnungsbrand im Stadtteil Nordend gemeldet. Die betroffene Wohnung in einem fünfstöckigen Mehrfamilienhaus lag im ersten Obergeschoss. Aus deren Fenstern schlugen bereits die Flammen, als die Feuerwehr eintraf.

Auf der Rückseite des Gebäudes standen mehrere Hausbewohner an Fenstern und riefen um Hilfe. Im zweiten Obergeschoss hatten offenkundig mehrere Bewohner vor, sich mithilfe von zusammengeknoteten Handtüchern selbst zum Boden abzuseilen. Die Feuerwehrleute hielten sie davon ab, auch weil sie nach deren Einschätzung nicht wirklich in Gefahr waren, wie ein Sprecher sagte.

Bettlakenstrick am Fenster
Mit einem Strick aus Bettlaken wollten sich einige Bewohner abseilen. Bild © keutz-tvnews.de

Die Einsatzkräfte löschten das Feuer gegen 1.30 Uhr und entrauchten das Treppenhaus. 14 Bewohner fanden für die Dauer des Einsatzes Zuflucht in einem Bus der Feuerwehr.

Zwei Hausbewohner kamen mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus, darunter der Mieter der vom Brand betroffenen Wohnung. Diese ist wie die darunter liegende Unterkunft vorerst unbewohnbar. Der Schaden beläuft sich auf schätzungsweise 100.000 Euro. Zur möglichen Brandursache gab es keine Angaben.

Sendung: hr-iNFO, 15.12.2018, 8:00 Uhr