Helfer beim Abtransport eines Schwerverletzten.

Im November war in Wiesbaden ein Bus gegen mehrere Fahrzeuge und in ein Wartehäuschen gekracht. Ein Mensch starb, 23 wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Fahrfehler aus. Ermittelt wird gleich gegen zwei Fahrer.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ermittlungen gegen zwei Fahrer nach Busunfall

Hier starb der 85 Jahre alte Passant. Das Wartehäuschen wurde bei dem Unfall zerstört.
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Ein verheerender Busunfall am Wiesbadener Hauptbahnhof, bei dem im November 2019 ein Mensch getötet und 23 zum Teil schwer verletzt wurden, ist nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft auf menschliches Versagen zurückzuführen. Das erklärte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch unter Berufung auf ein technisches Gutachten und den Abschlussbericht der Polizei.

Was genau passierte, ist noch unklar

Das Zwischenergebnis zeige, dass es kein technischer Defekt gewesen sei. "Es sind auf jeden Fall Fahrfehler gemacht worden", sagte der Sprecher. "Was genau da passiert ist, müssen wir jetzt prüfen." Zuvor hatte die Frankfurter Rundschau darüber berichtet.

Bei dem Busunfall war ein 85-jähriger Mann ums Leben gekommen. Er und eine 33-Jährige wurden an einem Wartehäuschen von dem Bus eingeklemmt. Die Frau erlitt leichte Verletzungen.

Unfallfahrt endet an Wartehäuschen

Der 65 Jahre alte Busfahrer war an einem Bussteig vor dem Hauptbahnhof losgefahren und kurz darauf in den Gegenverkehr geraten. Dabei rammte er mit seinem Fahrzeug mehrere Autos, überfuhr einen Grünstreifen und krachte in einen stehenden Linienbus. Anschließend fuhr er in das Wartehäuschen, an dem der 85-Jährige und die 33-Jährige standen und das beim Aufprall zerstört wurde.

Der Busfahrer erlitt einen Schock. Die Unfallstelle wurde stundenlang großräumig abgesperrt, es kam zu Verkehrsbehinderungen, auch, weil sich eine Ölspur auf die Straße ergoss.

Ermittlungen auch gegen zweiten Fahrer

Vor dem Unfall hatte es einen Fahrerwechsel gegeben. Laut Staatsanwaltschaft wird sowohl gegen den 65-Jährigen als auch gegen den 51 Jahre alten ersten Fahrer wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Es bestehe die Möglichkeit, dass kurz vor oder während der Übergabe Fehler gemacht worden seien, teilte der Sprecher mit.

Sendung: hr4, 05.08.2020, 14.30 Uhr