Raupen der Eichenprozessionsspinner
Raupen der Eichenprozessionsspinner (Archivbild). Bild © picture-alliance/dpa

Jähes Ende einer Trauerfeier: Im Einsatz gegen Raupen hat ein Hubschrauber eine Trauergemeinde auf einem Frankfurter Friedhof mit Gift besprüht. Angehörige und Freunde der Toten mussten fluchtartig das Begräbnis verlassen.

Dieser Einsatz gegen Raupen des Eichenprozessionsspinners auf dem Oberräder Waldfriedhof ging ziemlich daneben: Als sich eine Trauergesellschaft am Mittwochmittag bei der Beisetzung um das Grab der Verstorbenen versammelte, wurde sie plötzlich von einem Helikopter mit dem Gift besprüht, wie der 56-jährige Wiesbadener Peter Reitzmann hessenschau.de schilderte: "Es war so unwürdig." Die Trauerzeremonie hätte übereilt beendet werden müssen, die Trauergemeinde habe den Friedhof fluchtartig verlassen.

Beim Frankfurter Grünflächenamt ist man bestürzt über den Vorfall: "Bedauerlicherweise ist der Helikopter tatsächlich eine Stunde zu früh an seinem Einsatzort erschienen, ohne uns darüber zu informieren", sagte Bernd Roser, Abteilungsleiter im Grünflächenamt am Donnerstag auf Anfrage von hessenschau.de.

"Ein Fall in dieser Schwere ist uns noch nie passiert"

Normalerweise sei der Einsatz der Hubschraubers auf Zeiten abgestimmt, an denen dort keine Beerdigungen stattfänden. In diesem Fall sei der Helikopter bei einem anderen Einsatz früher fertig geworden und schon zum Friedhof geflogen, wo er erst später eingeplant war. "Der Piloten meinte, er würde etwas Gutes tun - das ging daneben", so Roser.

Das Grünflächenamt setze den Sprühnebel gegen die gefährliche Raupe bereits seit elf Jahren ein, sagte Roser. "Ein Fall in der Schwere ist in dieser Zeit noch nie passiert." Das versprühte Gift gegen den Eichenprozessionsspinner ist nach seinen Angaben für Menschen und Säugetiere ungiftig.

Die Stadt Frankfurt hatte einen externen Dienstleister beauftragt, der dem giftigen Schädling den Garaus machen sollte. Wer mit den Brennhaaren der Raupe in Kontakt kommt, kann Hautausschlag, Fieber und gereizte Augen bekommen.

Anm. d. Red.: In einer früheren Version hatten wir diesen Bericht mit einem dpa-Foto der Raupen und einem dpa-Foto eines Hubschraubers mit einer Sprühvorrichtung bebildert und als Fotos aus dem "Archiv" gekennzeichnet. Das Unternehmen dessen Hubschrauber im Originalartikel abgedruckt war, steht in keinem Zusammenhang mit dem beschriebenen Vorfall. Die Wahl des Bildes erfolgte willkürlich."

Sendung: hr1, 03.05.2018, 17.10 Uhr