Der eingefangene Hund auf einer Decke.
Abgekämpft und glücklich posiert die Hündin im Butzbacher Tierheim für ein Foto. Bild © Tierheim Butzbach

Wochenlang hatten Polizisten und Tierschützer vergeblich nach dem Hund gesucht, der fast täglich an Autobahnen in Mittelhessen gesichtet wurde. Nun ist das Tier eingefangen. Erschöpft, aber gesund – und mit Hinweisen zur Herkunft.

Claudia Maid ist erleichtert. Und müde. "Ich habe in den letzten sechs Wochen kaum geschlafen", sagt die Leiterin des Tierheims Butzbach (Wetterau). Statt Nachtruhe hieß es für sie: Essensköder auslegen, Kameras installieren, Videos auswerten und neuen Hinweisen nachgehen. Mühen und Augenringe haben sich jedoch gelohnt: Am Freitagmorgen meldete die Polizei: "Der Autobahnhund ist in Sicherheit." Maid war daran maßgeblich beteiligt.

Aber der Reihe nach: Seit Wochen meldeten sich immer wieder Autofahrer bei der Polizei, die einen Hund am Seitenstreifen der Autobahnen A5/A480 im Bereich des Reiskirchener Dreiecks bei Gießen gesehen hatten. Beinahe täglich kamen die Anrufe. Nur: Die Beamten bekamen das "Phantom der Autobahn", wie das Butzbacher Tierheim auf Facebook schrieb, nie zu sehen.

Abgemagert, erleichtert, unverletzt

Also suchten die Beamten die Hilfe der Tierschützer. Ihnen gelang es erstmals am vergangenen Wochenende, den Hund anzufüttern, wie Maid erklärt. Mitte der Woche hätten sie und weitere Helfer dann mehrere Lebendfallen im Bereich der Autobahn aufgestellt. In eine von ihnen sei das Tier heute Nacht hineingetapst. Gegen 3 Uhr dann endlich der "Zugriff" im Bereich zwischen Reiskirchen und der Raststätte Reinhardshain.

Gefangener Hund im Käfig
Um drei Uhr morgens war es vollbracht: Der Hund ging in die Falle. Bild © Tierheim Butzbach

Wie sich herausstellte, handelt es sich bei dem schwarz-weiß-grauen Hund um eine Hündin. "Sie scheint wirklich erleichtert zu sein", sagt Maid. "Aber sie ist auch müde, erschöpft und sehr abgemagert." Offenbar sei die Hündin schon viel länger unterwegs gewesen als bislang angenommen. Dabei sei sie sogar bis Frankfurt und Bad Homburg gepilgert – stets am Seitenstreifen der Autobahn.

Hündin stammt offenbar aus Bulgarien

Im Butzbacher Tierheim soll die Hündin nun erst einmal zu Kräften kommen. Am kommenden Montag steht dann eine Untersuchung beim Tierarzt an. Derweil geht die Suche nach der Heimat der Hündin weiter. Fest steht bislang nur, dass es ein Tier mittleren Alters ist, eine rote Ohrmarke trägt und aus Bulgarien stammt.

Die Tierschützerin war am Freitagmorgen selbst dabei, als das "Phantom" in die Lebendfalle stieg. Nach der ganzen Anstrengung ist Maid überglücklich, dass sowohl der Hündin als auch den Autofahrern nichts passiert ist. Derzeit bemühe man sich, die genaue Herkunft des Tieres zu klären. Sollte das nicht gelingen, würde die tapfere Hündin sicher nicht wieder auf der Straße landen: "Sie darf gern bleiben", sagt Maid.