Publikum im Konfettiregen in Frankfurt

Trotz ungemütlichen Wetters sind in Frankfurt und Wiesbaden hunderttausende Narren zu den traditionellen Fastnachtsumzügen gekommen. Andernorts wurden Umzüge wegen Sturmwarnung abgesagt.

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hessenschau vom 23.02.2020
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Regen und stürmische Böen - diese Wetteraussichten für Sonntag waren manchen Obernarren zu heikel, um die geplanten Fastnachtsumzüge stattfinden zu lassen. "Es wäre einfach zu gefährlich", bedauerte etwa ein Sprecher der Fuldaer Karneval-Gesellschaft, wo der Kinderumzug wegen angekündigter orkanartiger Böen abgesagt wurde. Die Kinder dürfen nun beim Rosenmontagszug mitmarschieren.

In Frankfurt weniger stürmisch als erwartet

In Frankfurt ließ man sich vom Wetter nicht abhalten. Dort hatte ein Sprecher des Großen Rats am Vormittag bestätigt, der Umzug werde stattfinden wie geplant. Laut Polizei war es dort auch weniger stürmisch als erwartet.

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Die Motivwagen, Fußgruppen und Musikkapellen starteten um 12.21 Uhr am Westhafen. Von dort zogen sie durch die Innenstadt zum Römer. Dabei säumten laut Polizei etwa 230.000 Schaulustige die Straßen. Das Motto des diesjährigen Zuges lautete: "Das Handwerk hat seit langem schon in Frankfurts Fastnacht Tradition."

Die Narren der Mainmetropole hielten auch trotz des Hanauer Anschlags an ihrem Umzug fest. Bei der Erstürmung des Römers am Vortag hatte es allerdings eine Schweigeminute für die Opfer sowie nachdenkliche Worte von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gegeben. Man stehe vereint in bunter Vielfalt, lasse sich aber von Fehlgeleiteten das Feiern nicht nehmen, sagte das Stadtoberhaupt.

Polizei zeigt Präsenz

In Wiesbaden setzte sich der Fastnachtsumzug um 13.11 Uhr in Bewegung. Dort lautete das Motto: "Seit 70 Jahren lädt die Dacho ein zum Tanzen, Lachen, Fröhlich sein!" Die Dacho ist die seit 1950 bestehende Dachorganisation Wiesbadener Karneval.

Geplant waren 174 Zugnummern, darunter 60 Wagen und 35 Musikgruppen. Auch die Reiterstaffel der Landespolizei wollte mit ihren Pferden dabei sein. Nach Veranstalterangaben waren mehr als 300.000 Menschen bei dem Umzug dabei. Wegen eines Gasgeruchs wurde der Zug zwischenzeitlich etwa 30 Minuten gestoppt, danach ging es weiter.

Die Polizei zeigte bei den Umzügen Präsenz und setzte stationäre und mobile Videoüberwachung ein. Es blieb den Beamten zufolge aber bei kleineren Rangeleien, größere Zwischenfälle blieben aus.

Einige Absagen wegen Wetterprognose

Die Stadt Oberursel (Hochtaunus) hatte dagegen ihren Fastnachtsumzug mit 184 Zugnummern, darunter 64 Motivwagen, wegen der Sturmwarnung abgesagt. Ebenso fielen die Paraden in Mücke (Vogelsberg), Flieden und Hofbieber (beide Fulda) den ungünstigen Wetterprognosen zum Opfer.

In Flieden soll der Umzug im Mai zum 30-jährigen Bestehen des örtlichen Karnevalsvereins nachgeholt werden, wie Vorstandsmitglied Jürgen Weider dem hr sagte. Der Zug hätte 54 Nummern mit rund 1.300 Teilnehmern gehabt, der Verein erwartete Zuschauerzahlen im hohen vierstelligen Bereich. Am Sonntag wurde lediglich in einer Turnhalle gefeiert. Auch in Seiferts (Fulda) zog man von der Straße ins Dorfgemeinschaftshaus um.

Der Alsfelder Carneval Club (Vogelsberg) entschied am Sonntagmittag, den Umzug zur Hessenhalle abzusagen. "Wir entschuldigen uns dafür, aber die Sicherheit unserer Aktiven sowie die Sicherheit von Euch geht einfach vor", schrieb der Club auf seiner Facebookseite. Auch der Lindwurm im Stadtteil Angenrod wurde abgesagt.

In Abtsteinach (Bergstraße) fiel der Umzug ebenfalls aus. "Bei allen Verantwortlichen besteht das Einvernehmen, dass das Risiko, dass Menschen zu Schaden kommen könnten, zu groß ist", teilte die Polizei mit.

Bessere Aussichten am Rosenmontag

Auch am Rosenmontag laden die Jecken zu Fastnachtsumzügen - in Marburg, Fritzlar (Schwalm-Eder), Wildeck-Obersuhl (Hersfeld-Rotenburg), Fulda, Dieburg und Seligenstadt (Offenbach). Hier erwarten die Narren bessere Wetteraussichten. Am Nachmittag soll es laut hr-Wetterredaktion trocken sein. Die Temperaturen liegen bei 7 bis 13 Grad Celsius.

Die Narren in Heuchelheim (Gießen), Frankfurt-Heddernheim, Rodgau (Offenbach), Friedberg und Runkel-Wirbelau (Limburg-Weilburg) müssen sich bei ihren Umzügen am Fastnachtsdienstag dagegen auf Regen einstellen. In der Nacht ziehen Wolken auf, am Nachmittag kann es zu Schauern kommen - bei Temperaturen von 8 bis 11 Grad Celsius.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 23.02.2020, 19.30 Uhr