Polizei vor dem Ikea-Möbelhaus in Frankfurt-Nieder-Eschbach

Zwei Tage nach dem Überfall auf einen Geldboten vor der Frankfurter Ikea-Filiale steht fest: Das in der Nähe gefundene ausgebrannte Auto war das Fluchtauto des Täters. Die Polizei prüft, ob es einen Zusammenhang zu ähnlichen Überfällen gibt.

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Der bewaffnete Täter weiter auf der Flucht, sein Fluchtauto identifizert: Wie die Polizei am Montag dem hr bestätigte, handelt es sich bei dem ausgebrannten Auto, das am Samstag kurz nach dem Überfall auf den Geldboten vor der Ikea-Filiale im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach auf dem benachbarten Riedberg gefunden wurde, um das Fluchtauto des Täters. Wagen und Kennzeichen waren zuvor gestohlen worden.

Einzeläter oder Bande?

Der Täter, der den Geldboten bei einem Schusswechsel schwer verletzte, ist unterdessen auf der Flucht. Die Polizei überprüft nun andere Überfälle, die nach einem ähnlichen Muster abgelaufen waren.

So gab es im September 2018 einen Überfall auf einen Geldtransporter auf einem Parkplatz in Limburg. Auch hier wurde das gestohlene Fluchtauto nach der Tat angezündet. Im März 2018 überfielen Täter einen Ikea-Geldboten in Köln und zündeten ebenfalls kurz nach der Tat das zuvor gestohlene Fluchtauto an.

Der Täter und mögliche Helfer seien womöglich in einer international operierenden Bande zu suchen, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Montag mit Verweis auf Ermittlerkeise. Eine Spur in diese Richtung sei nicht auszuschließen, sagte der Polizeisprecher am Montagmorgen dazu lediglich. Dem Überfall sei vermutlich eine gewissenhafte Vorbereitung vorausgegangen. Die Tat sei bestimmt nicht spontan begangen worden. Es sei aber noch zu früh, um Zusammenhänge herstellen zu können.

Ikea Frankfurt bereits zum zweiten Mal überfallen

Die Ikea-Filiale in Nieder-Eschbach war bereits zum zweiten Mal Schauplatz eines bewaffneten Überfalls auf einen Geldboten: Im Mai 2009 überfielen als Polizisten getarnte bewaffnete Räuber ebenfalls Mitarbeiter einer Geldtransportfirma. Die Beute damals: 80.000 Euro. Wie hoch die am Samstag erbeutete Summe ist, ist nicht bekannt.

Der 56 Jahre alte Geldbote wurde in einem Krankenhaus am Oberschenkel operiert und schwebte zuletzt nicht mehr in Lebensgefahr. "Dem Opfer geht es den Umständen entsprechend gut", sagte ein Polizei-Sprecher. "Wir nehmen solche Vorfälle immer zum Anlass, unsere Routinen zu überprüfen", sagte zudem eine Sprecherin von Ikea in Hofheim (Main-Taunus-Kreis).

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 11.11.2019, 19.30 Uhr