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Audioseite Impfbus kurvt durch den Kreis Darmstadt-Dieburg

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Vor dem Einkauf noch schnell die Impfung auf dem Supermarkt-Parkplatz abholen? In Darmstadt-Dieburg geht das wirklich. Der Kreis will Menschen schnell und unkompliziert mit Impfstoff versorgen.

Auf einem Supermarkt-Parkplatz in Griesheim (Darmstadt-Dieburg) werden die Wocheneinkäufe in den parkenden Autos verstaut, ein junger Mitarbeiter des Malteser-Hilfswerks versucht Spendengelder einzutreiben. Und zwischen Grillhähnchenstand und Getränkecenter stehen knapp 60 Personen in einer Schlange, um sich schnell noch ihre Corona-Schutzimpfung abzuholen.

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Der Impfbus macht's möglich

Das geht hier unkompliziert und unbürokratisch dank eines neuen mobilen Impfangebots. In dieser Woche ist im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg die Impfbus-Tour gestartet. Unter dem Motto "Ärmel hoch on tour" steuern mobile Impfteams fast täglich Supermärkte und andere öffentliche Plätze an. Bis zum 7. August sind Stopps unter anderem in Pfungstadt, Weiterstadt und Groß-Umstadt geplant. Interessierte können so ohne Termin an ihre Corona-Schutzimpfung kommen.

"Wir brauchen den Personalausweis. Wer einen hat, kann auch seinen Impfpass mitbringen. Alles andere können wir regeln", erklärt Stephan Weber, Pressesprecher vom Kreisausschuss in Darmstadt-Dieburg. Schnell und einfach zur Impfung - dieses Konzept kommt gut an.

Anstellen. Drankommen. Fertig.

Bei Kimberly Bausch aus Griesheim zum Beispiel. Die 18-Jährige hat ihre Erstimpfung beim Kinderarzt erhalten. Der Termin für die Zweitimpfung ist erst in drei Wochen. "Das dauert mir zu lange. Wenn ich hier die Wartezeit verkürzen kann, ist das doch super", sagt sie.

Ähnlich sieht es Stephanie Dembowski. Auch sie steht in der Warteschlange, zusammen mit ihrem Sohn. Obwohl sie schon über eine Stunde ansteht, findet die 47-jährige Griesheimerin die Aktion gut: "Die Terminvergabe im Impfzentrum war mir zu chaotisch. Hier können wir uns einfach anstellen und das Thema ist danach erledigt."

Martin Roth, 61 Jahre alt und ebenfalls aus Griesheim, konnte sich bisher krankheitsbedingt nicht impfen lassen. "Wir haben uns vor Wochen beim Hausarzt auf die Warteliste setzen lassen", erzählt Ehefrau Cornelia. "Dann hat man uns vor 14 Tagen einen Termin angeboten, den wir nicht wahrnehmen konnten. Wer weiß, wann der nächste Anruf kommt? Deshalb sind wir heute hier."

Impfzentren nicht mehr ausgelastet

Insgesamt 158 Personen lassen sich innerhalb eines Tages auf dem Parkplatz in Griesheim impfen. Ein gutes Ergebnis, findet Sebastian Strobl, Koordinator der Impfzentren im Landkreis. Denn das Interesse an den Impfzentren lasse stetig nach. Zwischen 600 und 800 Impfdosen würden dort momentan pro Tag verabreicht. "Kapazitäten hätten wir für doppelt so viele." Die Gründe dafür seien schwer auszumachen. Eine Impfmüdigkeit schließt Strobl aber aus.

"Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir den Impfprozess noch einfacher machen können. Wenn die Menschen nicht zum Impfstoff kommen, bringen wir den Impfstoff eben zu den Menschen", so Strobl. Notfalls eben auch auf den Supermarktparkplatz. Die Strategie dieses niedrigschwelligen Impfangebots scheint aufzugehen.

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Impfbus als Ergänzung zu mobilen Impfteams

Geimpft wird im Juli noch in einem roten Katastrophenschutz-Container mit Vorzelt. Ab Anfang August rollt dann ein roter Linienbus durch die Region, umgebaut zu einer vollständig funktionierenden Arztpraxis. "Momentan ist der Bus noch in Berlin unterwegs. Wir rechnen ab der ersten Augustwoche mit ihm", erklärt Strobl. "Dann wird es noch einfacher für uns: Hinfahren, Türen auf, Impfen, Türen zu."

Verimpft werden die Vakzine von Johnson & Johnson sowie Biontech. "Mit Johnson & Johnson können wir alle Impfwilligen ab 18 versorgen, mit Biontech auch Jugendliche ab 16 Jahren", sagt Pressesprecher Weber. "Nur Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 impfen wir nicht. Da halten wir uns an die Empfehlung der StiKo."