Marienkäfer

Marienkäfer im Garten, Marienkäfer an der Hausfassade, Marienkäfer im Wohnzimmer: Die kleinen Krabbler machen sich derzeit in Schwärmen breit. Will man sie nicht dem Tod aussetzen, ist etwas Wichtiges zu beachten.

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"Ich habe über 1.000 Marienkäfer am Haus", berichtet Sabine Jack aus Usingen (Hochtaunus). Auf der Sonnenseite ihres Hauses sammeln sich die Käfer, viele gelangen trotz Insektengitter ins Haus. "Mittlerweile habe ich es aufgegeben, die Käfer nach draußen zu bringen - es sind einfach zu viele", sagt sie genervt.

Ähnlich wie Sabine Jack geht es momentan vielen Menschen in Hessen. Denn Oktoberzeit ist Marienkäferzeit, wie Andreas Opitz vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) bestätigt. Derzeit tummelten sich besonders große Schwärme der roten kleinen Käfer an Hauswänden, Fenstern, Bäumen, oder sie verirren sich durch offene Fenster und Türen in warme Wohnungen.

Das, erklärt der Biologe, sei typisch für die Jahreszeit. Sonst seien die Käfer über ganz Hessen verteilt, im Winter und Herbst aber auf der Suche nach einem neuen Quartier. Die Plätze, die frostgeschützt und regenfrei sind, sind allerdings begrenzt. Deswegen tummeln sich zurzeit viele Marienkäfer auf einem Fleck. Und auch wenn es so scheint: Das Auftreten der Schwärme "ist keine Plage", sagt Opitz.

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Von Asiatischen und heimischen Käfern

Immer häufiger tauchen dabei die Asiatischen Käfer auf. Im Gegensatz zu unseren heimischen Zwei-, Vier- und Sieben-Punkt-Käfern können diese zwei und mehr Generationen pro Jahr erzeugen. Unsere heimischen Marienkäfer dagegen schaffen nur eine.

Asiatischer Marienkäfer

Außerdem fressen die Asiatischen Käfer mehr Schädlinge und Blattläuse. Ob es an der fehlenden Nahrung oder anderen Faktoren liegt, ist unklar. Unbestritten ist aber: Einheimische Bestände gehen leicht zurück.

So wird man die Käfer wieder los

Auch wenn die Krabbler so niedlich aussehen: Eine Überwinterung im Haus oder in der Wohnung ist für Marienkäfer nicht zu empfehlen. Dort ist es schlicht zu warm für die Käfer.

Wird im Winter geheizt, würden die Marienkäfer durch die Wärme aktiv und könnten nicht in ihrer Winterruhe ausharren, sagt Opitz. Deswegen gelte: Sieht man einen Marienkäfer, transportiert man ihn sofort vorsichtig nach draußen, etwa mit Handfeger und Schaufel. Ansonsten haben die Insekten keine Chance, sich von Zimmertemperaturen über 20 Grad sich wieder an winterlich-frostige Verhältnisse in der Natur zu gewöhnen.

Für Sabine Jack steht trotz der kleinen Invasion im Haus übrigens fest: "Töten würde ich die kleinen Glückskäfer niemals - dafür bin ich zu abergläubisch."