FFP2-Maske

Wegen steigender Infektionszahlen drohen in Offenbach neue Einschränkungen. Welche das sein werden, will die Stadt am Dienstag verkünden - und wird sich dabei wohl nicht strikt an die Landes-Regeln halten.

Gerade einmal zwei Monate ist es her, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in Offenbach einstellig war - nun kratzt sie wieder an der Marke von 100. Am Montag meldete das Robert-Koch-Institut für die Stadt einen Wert von 97,5. Offenbach ist damit erneut unangefochtener Spitzenreiter in Hessen - und die erste Stadt, die voraussichtlich schon bald den Grenzwert für die höchste Stufe des Eskalationskonzepts überschreiten wird.

Offenbach will neue Regeln am Dienstag verkünden

Den Offenbacher Bürgern drohen damit bereits in den nächsten Tagen strengere Corona-Regeln: Das Land sieht ab einer Inzidenz von 100 zum Beispiel eine Verschärfungen der Kontaktregeln und der Maskenpflicht vor. Doch nicht alles wird so kommen wie im Eskalationskonzept festgehalten. Die Corona-Schutzverordnung des Landes werde in Offenbach nicht eins zu eins umgesetzt, erklärte eine Sprecherin der Stadt am Montag.

Vielmehr würden angepasste Maßnahmen im Rahmen des Eskalationskonzeptes erlassen. Dafür ziehe die Stadt neben der Inzidenz auch die Belegungsrate der Krankenhäuser und die Orte der Infektionen als Kriterien heran. Die Stadt will am Dienstag über die neuen Corona-Regeln informieren.

Eskalationskonzept: Treffen mit maximal 10 Personen

Die Schutzverordnung des Landes beinhaltet unter anderem strengere Kontaktbeschränkungen: Treffen dürfen sich demnach entweder maximal zehn Personen aus verschiedenen Hausständen oder zwei Hausständen. Kinder bis einschließlich 14 Jahre sowie Genesene und Geimpfte zählen nicht mit. Diese Regelungen will Offenbach in dieser strengen Form offenbar nicht übernehmen.

Auch eine Ausweitung der 3-G-Regel ist im Landes-Konzept vorgesehen. Dazu gehört, dass auch im Bereich der Außengastronomie und im Amateursport der Zutritt nur für geimpfte, genesene und getestete Personen erlaubt ist. Im Einzelhandel sind wieder Quadratmetervorgaben einzuhalten und in der Schule gilt die Maskenpflicht auch am Sitzplatz. Im öffentlichen Nahverkehr muss dann wieder eine FFP2-Maske getragen werden, ebenso wie beim Friseur und allen anderen körpernahen Dienstleistungen.

Weiter bis zu 7.000 Fans im Stadion

Sportgroßveranstaltungen sollen in Offenbach weiter auch bei weiter steigenden Inzidenzen möglich sein. Wie die Stadt am Montag mitteilte, hat es bereits in der vergangenen Woche Beratungen mit Kickers Offenbach zu den Regelungen für Spiele im Stadion gegeben.

Bis zu einer Inzidenz von 200 soll es demnach für Geimpfte und Genesene keinerlei Zugangsbeschränkungen geben, bis zu 7.000 Fans sind erlaubt. Bereits ab einer Inzidenz von 35 gilt auf den Stehplätzen und im VIP-Bereich drinnen die 3-G-Plus-Regel: Wer nicht geimpft oder genesen ist, braucht einen negativen PCR-Test. Weitere Verschärfungen ab einer Inzidenz von 100 greifen nicht.

Neue Fälle auch durch Reiserückkehrer

Immer wieder seit Beginn der Pandmie hat Offenbach die höchsten Inzidenzen in Hessen gemeldet. Zwischenzeitlich lag die Stadt auch im bundesweiten Vergleich auf den vordersten Plätzen, tageweise sogar auf Platz 1 aller Städte und Landkreise. In der vergangenen Woche registrierte das Gesundheitsamt knapp 130 neue Infektionsfälle. Laut einem Sprecher der Stadt ist das Infektionsgeschehen diffus, darunter sei auch eine steigende Anzahl von Reiserückkehrern.

Auch andere Städte, darunter Frankfurt und Darmstadt, bringen viele Neuinfektionen mit Reiserückkehreren in Zusammenhang. Hessenweit ist die Inzidenz in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Anfang August lag sie noch unter 20, am Montag erreichte sie einen Wert von 56,9. Nach Offenbach weisen der Kreis Fulda (81,1) sowie die Stadt Frankfurt (79,3) die höchsten Inzidenzen auf. Nur der Werra-Meißner-Kreis lag mit einem Wert von 9,9 noch knapp unter der 10er-Marke.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen