Zettel für die Gästeregistrierung liegen im Vordergrund auf einem Tisch in einem Café. Im Hintergrund ist - unscharf - die Bar und der Barmann zu sehen.

Die Corona-Inzidenzen steigen weiter. In Frankfurt und Offenbach liegen sie seit Tagen über 100. In beiden Städten gelten deshalb seit Mittwoch strengere Corona-Regeln - allerdings nicht in allen Bereichen.

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Offenbach entschärft Corona-Vorgaben

Corona-Regeln
Ende des Audiobeitrags

Seit vergangenem Samstag liegen die Sieben-Tage-Inzidenzen in Frankfurt und Offenbach dauerhaft über 100. In Offenbach lag der Wert am Mittwoch bei 139, in Frankfurt bei 122. Beide Städte haben ihre Corona-Bestimmungen deshalb überarbeitet. Nachdem es vor allem in Offenbach zunächst nach weitgehenden Verschärfungen aussah, ruderte die Stadt am Mittwoch in einigen Bereichen zurück:

Doch keine FFP2-Masken in Offenbacher Bussen

Trotz einer Inzidenz über 100 reicht in Offenbach nun weiterhin eine einfache medizinische Maske beim Bus- und Bahnfahren. Noch am Dienstag hatte die Stadt angekündigt, dass Fahrgäste in Bus und Bahn nun FFP2-Masken tragen müssten. Diese Regel nahm sie am Mittwoch aber wieder zurück.

"Der Verwaltungsstab der Stadt Offenbach am Main hat die angekündigten Regeln zur Eindämmung des Infektionsgeschehens in der Stadt an die Vorgehensweise der Stadt Frankfurt angepasst", hieß es in einer Mitteilung. Die entsprechende Allgemeinverfügung sei ab Mittwoch rechtskräftig.

Die Stadt Frankfurt hatte bereits am Dienstag mitgeteilt, dass sie auf eine FFP2-Maskenpflicht im ÖPNV verzichte.

Beschränkungen beim Shoppen zurückgenommen

Auch für Geschäfte verzichtet Offenbach auf einige Regeln, die zuerst angekündigt worden waren: Ursprünglich sollte die Kundenzahl abhängig von der Fläche begrenzt werden. Auch das ist nun doch nicht in Kraft getreten.

In Offenbach und Frankfurt gilt aber: Wer nicht geimpft oder genesen ist, braucht in vielen Bereichen einen negativen Test, zum Beispiel für die Gastronomie und für körpernahe Dienstleistungen, aber auch für Freizeitausflüge in Museen, Schlösser, Galerien, Tierparks oder Freizeitparks. Damit gilt also die 3-G-Regel.

Strengere Regeln für Veranstaltungen

Während sich beim Shoppen und Busfahren also nichts ändert, werden die Regeln etwa beim Friseurbesuch und bei Veranstaltungen strenger.

  • In Offenbach und Frankfurt gilt eine FFP2-Maskenpflicht bei körpernahen Dienstleistungen - zum Beispiel beim Friseur oder in Kosmetiksalons.
  • Veranstaltungen werden draußen auf 200 und drinnen auf 100 Menschen begrenzt. Durchgeimpfte und Genesene zählen drinnen und draußen nicht mit. Ab 25 Teilnehmenden gilt eine Testpflicht.

Für Kontakte gibt es weiter keine Beschränkung. In Frankfurt gilt ab Mittwoch die mittlerweile achte Allgemeinverfügung, die hier abrufbar ist. Alle Regeln, die in Offenbach ab Mittwoch gelten, hat die Stadt hier aufgeführt.

3-G-Regel beim Essengehen, Maske in der Schule

Auch in allen Gedrängesituationen ohne ausreichenden Mindestabstand gilt eine FFP2-Maskenpflicht. Im ÖPNV und in Geschäften gilt ohnehin eine Maskenpflicht, daran ändert sich nichts.

Die Schulen bleiben beim Präsenzunterricht in allen Klassen. Die Maske muss aber im Schulgebäude, im Klassenzimmer und auch am Sitzplatz getragen werden. Die Gastronomie darf mit Hygiene- und Abstandskonzept öffnen. Sowohl im Innen- als auch im Außenbereich gilt die 3-G-Regel (geimpft, genesen oder negativ getestet). Auch Sportveranstaltungen, Kultur- und Freizeitangebote sowie Clubs können unter Auflagen weiter öffnen.

Mehrere Kommunen knacken Inzidenz 100

Auch weitere Kommunen in Hessen könnten bald vor der Entscheidung stehen, wie sie ihre Corona-Regeln anpassen: Frankfurt und die Stadt Offenbach waren zwar am Mittwoch die einzigen in Hessen, deren Sieben-Tage-Inzidenz mehrere Tage am Stück über 100 lag. Aber Fulda, Wiesbaden und der Landkreis Offenbach haben am Mittwoch die Marke 100 ebenfalls erreicht. In Kassel sank die Inzidenz wieder leicht von 105 am Dienstag auf 95 am Mittwoch.

Für die Verschärfung der Regeln gibt es keinen Automatismus. Die Kreise und Städte müssen selbstständig Verfügungen erlassen. Sie können unter Umständen auch auf strengere Maßnahmen verzichten, wenn das Infektionsgeschehen auf einen lokal begrenzten Ausbruch zurückzuführen ist.

Eine Lockerung der Regeln wird geprüft, wenn die Inzidenz fünf Tage hintereinander unter den entsprechenden Schwellenwert fällt.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen