Ein Airbus der Lufthansa startet am Frankfurter Flughafen über anderen Passagiermaschinen der Airline.  (dpa)

Irritationen im Flugverkehr zwischen Russland und Deutschland. Erst annullieren russische Behörden Flüge der Lufthansa, dann streicht das Luftfahrt-Bundesamt Flüge von russischen Airlines. Am Abend Entwarnung: In Frankfurt startet LH1452 mit Ziel Moskau.

Nach Unstimmigkeiten und stornierten Flügen am Mittwoch zwischen Deutschland und Russland darf die Lufthansa nach eigenen Angaben nun doch wieder in Moskau und Sankt Petersburg landen. "Am Abend ist die erste Lufthansa-Maschine wieder von Frankfurt nach Moskau abgehoben", sagte eine Unternehmenssprecherin am Mittwochabend dem hr. Der für 19.15 Uhr geplante Airbus-Flug LH1452 startete laut flightradar24 um 19.36 Uhr. Inzwischen habe die Airline auch die Genehmigung für den kompletten Juni bekommen, so die Lufthansa-Sprecherin.

Keine Genehmigungen für Lufthansa-Flüge

Zuvor waren zwei für den Mittwochvormittag geplante Lufthansa-Flüge von Frankfurt storniert worden, weil von der zuständigen russischen Behörde keine rechtzeitige Genehmigung erfolgt war, wie das Bundesverkehrsministerium in Berlin mitteilte.

Daraufhin habe auch das Luftfahrt-Bundesamt zunächst keine Genehmigungen für Flüge der russischen Luftfahrtunternehmen erteilt, "solange die Genehmigungen auf russischer Seite ausstanden", teilte eine Ministerium-Sprecherin mit. Mehrere Flüge aus Russland seien deshalb annulliert worden, darunter sieben der russischen Staats-Airline Aeroflot. 

"Alles in Ordnung" - Entwarnung am Abend

Aufgrund der Corona-Pandemie seien von russischer Seite im März 2020 einseitig die bilateralen Vereinbarungen zum Fluglinienverkehr ausgesetzt worden, erklärte das Ministerium. Seitdem würden Flüge "teilweise auf monatlicher Charterbasis und reziprok auf der Basis der Gegenseitigkeit genehmigt". 

Nachdem die russischen Behörden der Lufthansa wieder erlaubt hatten zu fliegen, erhielten offenbar auch die russischen Airlines wieder die Genehmigung nach Deutschland zu fliegen.

"Alles ist in Ordnung, wir haben alle Genehmigungen erhalten", sagte Aeroflot-Chef Michail Polubojarinow der russischen Nachrichtenagentur Tass. Ein Sprecher der Fluggesellschaft S7 erklärte ebenfalls, dass die Genehmigungen der deutschen Behörden vorlägen. Die Flüge nach Deutschland könnten planmäßig stattfinden. 

Annullierungen bereits vergangene Woche

Bereits in der vergangenen Woche mussten Flüge mehrerer europäischer Airlines nach Russland annulliert werden, nachdem Moskau die infolge der europäischen Maßnahmen gegen Belarus geänderten Flugrouten aus "technischen Gründen" nicht genehmigt hatte. 

Belarus hatte am 23. Mai eine Ryanair-Maschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius wegen einer angeblichen Bombendrohung mit einem Kampfjet zur Zwischenlandung in Minsk gedrängt. Dort wurden der in Polen und Litauen im Exil lebende Regierungskritiker Roman Protassewitsch und seine aus Russland stammende Freundin festgenommen.

Die EU-Staats- und Regierungschefs vereinbarten daraufhin die Sperrung des Luftraums für Flugzeuge aus Belarus sowie ein Landeverbot auf EU-Flughäfen. Sie riefen Airlines aus der EU auf, das autoritär regierte Land nicht mehr zu überfliegen. Die Lufthansa und zahlreiche weitere Fluggesellschaften passten daraufhin ihre Flugrouten an.

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