Über Facebook rief er zum bewaffneten Kampf für den "Islamischen Staat" (IS) auf. Deshalb verurteilte das Oberlandesgericht einen Ex-Doktoranden der TU Darmstadt. Ins Gefängnis muss er nach längerer U-Haft nicht mehr.

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Malik F.
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16 Monate hatte Malik F. bereits in Untersuchungshaft verbracht, bevor er im Juni während des laufenden Prozesses frei kam. Das berücksichtigte das Oberlandesgericht Frankfurt, als es den 38-Jährigen am Freitag zu eineinhalb Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilte.

"Islamistische Gesinnung gezeigt"

Das Gericht befand ihn des verbotenen Werbens für eine Terrororganisation und der Billigung von Straftaten für schuldig. Der ehemalige Doktorand der Technischen Universität Darmstadt hatte laut Urteil in zwei Facebook-Posts die Einwohner der syrischen Stadt Idlib zum bewaffneten Kampf für die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) aufgerufen.

Damit habe der Mann "beharrlich seine islamistische Gesinnung gezeigt", hieß es in der Urteilsbegründung des Staatsschutzsenates. Freigesprochen wurde Malik F. dagegen vom Vorwurf, im Internet Anleitungen zum Bau von Schalldämpfern und der Herstellung von Bomben und Zündern verschickt zu haben. Er habe diese Taten in der Türkei begangen, wo es keine entsprechenden Strafvorschriften gebe, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Sagebiel.

Staatsanwaltschaft forderte mehr

Malik F. hatte außerdem die Erschießung eines  jordanischen Autors und IS-Kritikers gut geheißen. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte zwei Jahre und vier Monate Haft beantragt, die Verteidigung neun Monate zur Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sendung: hr-iNFO, 14. Juni 2019, 15 Uhr