Hessens Jäger haben in den beiden vergangenen Jahren weniger Rothirsche erlegt als eigentlich vorgesehen. Das geht aus Angaben des Umweltministeriums und des Landesjagdverbands (LJV) hervor.

Der Jagdverband machte dafür auch Spaziergänger verantwortlich: Weil immer mehr Menschen bis abends in den Wäldern unterwegs seien, käme das Wild daher kaum mehr aus seiner Deckung. LJV-Geschäftsführer Alexander Miches forderte eine Anpassung des Waldgesetzes, um die Besucherströme in der Natur zu regulieren.

Nach Angaben des Landesjagdverbands wurden vom 1. April 2020 bis 31. März 2021 hessenweit beim Rotwild 8.266 der vorgeschriebenen 9.017 Tiere zur Strecke gebracht. Im Jagdjahr zuvor waren es 8.196 von 9.029. Der Rückgang bei der Strecke betraf vor allem Alttiere, wie eine Antwort von Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Landtagsabgeordneten Wiebke Knell ergab. Laut Knell wurden bei den Alttieren hessenweit lediglich 65 Prozent der festgesetzten Hirsche geschossen.