Problemwells Walli
Die Jagd auf Problemwels Walli in einem Offenbacher Teich wurde vorerst abgebrochen. Bild © picture-alliance/dpa

Der Offenbacher Problemwels Walli ist in der Nacht zum Sonntag nicht ins Netz gegangen. Nun muss sich die Stadt eine neue Strategie überlegen, denn der gefräßige Raubfisch ist offenbar kleiner als bisher angenommen.

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Bis zum Tagesanbruch hat Berufsfischer Dieter Stitz am Rand des Offenbacher Dreieichteichs gewartet, doch Wels Walli verfing sich nicht in seinen Netzen. Am Samstag hatte der Fischer gemeinsam mit seinen Helfern in dem Teich großmaschige Netze ausgelegt, um den als Killer-Wels bekannt gewordenen Raubfisch lebend zu fangen. Die Stadt Offenbach hatte nach langer Suche nach einer Lösung im Umgang mit dem Problemwels den Berufsfischer damit beauftragt.

Doch am Sonntagmorgen war die Enttäuschung groß bei dem Fischer: "Wir waren natürlich ernüchtert. Als wir die Netze rausgeholt haben, war nichts drin", erzählt er. Allerdings sei er sich nun gewiss, dass in dem Teich tatsächlich ein Raubfisch seine Runden dreht.

Eindeutiger Hinweis für Raubfisch im Teich

Beim Einholen der Netze entdeckte Stitz einen halbverdauten Karpfen. Das sei ein eindeutiger Hinweis auf einen Raubfisch, versichert Stitz. Der Karpfen sei vermutlich von einem Wels gefressen und wieder ausgespuckt worden. Wahrscheinlich hätten die ausgestellten Netze den Raubfisch gestresst. Um welche Art von Raubfisch es sich handelt, da ist sich der Berufsfischer noch nicht sicher. "Es kann ein Wels sein, es kann aber auch ein Hecht sein", sagt er.

Der Fisch hatte als "Küken-Killer" in den vergangenen Wochen in Offenbach für Aufregung gesorgt. Außer Fischen soll er auch den Nachwuchs artgeschützter Teichhühner und Stockenten gefressen haben. Die Stadt wollte den Wels deshalb einfangen und in ein anderes Gewässer verlegen lassen. Die Stadt versicherte, dort sei auch für eine artgerechte Haltung gesorgt.

Bislang war man davon ausgegangen, dass Walli ein 1,50 Meter-Fisch ist. Doch nun steht fest: Der gesuchte Raubfisch ist kleiner als bislang vermutet. "Der ist keine 1,50 Meter. Das kann ich garantieren", sagt Stitz. Denn der Fisch sei buchstäblich durch die Maschen gegangen.

Weiteres Vorgehen noch unklar

Weil die nun ausgelegten Netze für den Fisch zu groß sind, brach Fischer Stitz die Fangaktion vorerst ab. Über das weitere Vorgehen will er sich nun mit der Stadtverwaltung beraten. Den Fisch könne man entweder mit ganz kleinen Maschen versuchen zu fangen. Dann würden aber auch kleinere Fische drin hängen bleiben. Eine andere Option wäre, das Teichwasser abzulassen, so Stitz.

Die Stadt will nach Angaben einer Sprecherin an diesem Montag entscheiden, wie es weitergeht und ob die Jagd doch noch verlängert wird. Bis dahin bleibt Wells Walli vorerst verschont und kann sich in dem Teich weiter satt fressen.

Sendung: hr-iNFO, 22.07.2018, 10.00 Uhr